20.01.2016

Die Überraschung ist gelungen

THW: Erneuerung des Fuhrparks hilft Ortsverbänden bei Bewältigung ihrer Aufgaben / Fuchtel dankt allen Helfern

Freudenstadt / Horb. „Gerade in der jetzigen Zeit erkennt man, wie wichtig ein funktionierendes Technisches Hilfswerk ist“, sagt der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel. Deshalb freue er sich mit den THW-Ortsverbänden Freudenstadt und Horb, dass die von dort angeforderten Einsatzfahrzeuge im Erneuerungsprogramm der Bundesanstalt endlich berücksichtigt werden konnten. Somit seien die intensiven Bemühungen um neue Fahrzeuge von Erfolg gekrönt.

„Wir waren angenehm überrascht, als wir die Nachricht von der Auslieferung erhielten“, sagt der Freudenstädter Ortsbeauftragte Dirk Arnold. Der Ersatz für die alten, ausgedienten Fahrzeuge sei dringend gewesen. „Das hat sich alles sehr kurzfristig ergeben“, pflichtet ihm sein Horber Kollege Rainer Goller bei, „wir wussten von nichts. Eigentlich sollten wir unseren Mannschaftstransportwagen erst 2018 bekommen.“

Arnold und Goller wissen, dass ihre Ortsverbände mit dem Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel einen guten Fürsprecher in Bonn – dort ist immer noch der Sitz der Bundesanstalt – haben. Der heutige Ehrenpräsident der THW-Bundesvereinigung nahm die Information über die Auslieferung der Fahrzeuge zum Anlass, allen Helferinnen und Helfern vor allem für die Einsätze zu danken, die derzeit im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation geleistet werden.

Das THW Freudenstadt erhielt einen "nagelneuen" Mannschaftstransportwagen und einen 7-Tonner mit Ladebordwand. Dennoch sei der Ortsverband, so Arnold, nach wie vor auf Spenden angewiesen. „Denn wir brauchen noch einen Ersatz für unseren Kipper, der mit 43 Jahren ebenfalls überfällig ist“, so der Ortsbeauftragte. Der Kipper wird für die Logistik eingesetzt, transportiert Holz, Sandsäcke oder Baumaterialien. „Vor allem bei uns im Schwarzwald brauchen wir solche Transporter“, sagt Arnold, „der alte war sogar beim NATO-Gipfel und auswärts bei Hochwasserkatastrophen im Einsatz.“ Denn es gehöre zum Selbstverständnis der Ortsverbände, dass man sich gegenseitig aushilft. Die Kosten für einen Kipper belaufen sich auf über 40.000 Euro.

„Fahrzeuge sind für das THW grundlegende Voraussetzung“, sagt Fuchtel, „damit es seine Aufgaben wirksam erfüllen kann.“ Das gelte besonders im ländlichen Raum. „Da der Investitionsbedarf regelmäßig sehr hoch ist, gelingt es leider oftmals nicht, Neuinvestitionen zeitnah zu tätigen.“ Umso erfreulicher sei, dass beide Ortsverbände im Beschaffungsprogramm berücksichtigt werden konnten.

Für den Landkreis seien zwei THW-Standorte ein strategischer Vorteil. Damit könne man von zwei Orten agieren. Die doppelte Aufstellung erleichtere außerdem die Nachwuchssuche. Mit dem Einzug des THW-Ortsverbandes Horb in seine neue Unterkunft auf dem früheren Kasernengelände werde ab Frühjahr die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen verbessert.

„Der ländliche Raum muss darauf bedacht sein, beim Katastrophenschutz adäquat berücksichtigt zu werden, schon allein wegen der längeren Wege“, betont der Politiker. Der Bund habe nun seinen Teil zu einer Verbesserung der Ausstattung beigetragen.

Abschließend ermunterte der Abgeordnete die Eltern in seinem Wahlkreis, mit den Organisationen des Katastrophenschutzes Kontakt aufzunehmen, um ihre Kinder für die Aufgaben zu begeistern. Kinder und Jugendliche würden dabei schon in jungen Jahren sehr viel Nützliches lernen und ein Gespür für Gemeinsinn entwickeln. Die Ehrenamtlichkeit des Katastrophenschutzes sei ein riesiger Vorteil für die Gesellschaft und müsse mit Blick auf die Alterspyramide bis in den ländlichen Raum hinein ihren Stellenwert behalten. Das komme nicht von selbst, sondern werde nur dann gelingen, wenn die Organisationen in Kindergärten und Schulen für ihre Aufgaben werben dürfen. Katastrophenschutz gehe alle an. Man dürfe nicht warten, bis der Ernstfall eintrete, sondern müsse vorsorglich mehr als bisher unternehmen.

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