29.01.2016

Besuch mit Überraschungseffekt

Flüchtlinge: Fuchtel informiert sich live vor Ort / Staatssekretär im Horber Jobcenter / Helferkreise erleichtern Arbeit

Besuch mit Überraschungseffekt Im Horber Jobcenter ließen sich der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und Gabriele Reich vom Empfinger Lenkungskreis Asyl (Mitte) durch Marina Seyfarth informieren.

Horb. Besuch mit Überraschungseffekt im Horber Jobcenter: Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel wollte sich detailliert, aber bewusst kurzfristig informieren, welche Hilfestellung ein Flüchtling in seinem Wahlkreis erfährt. Sein Fazit: „So konnte ich einmal live und ungeschönt erfahren, wie die Verfahren ablaufen! Für meine Arbeit in Parlament und Bundesregierung ist das sehr wichtig.“

Begleitet wurde der Parlamentarier von Gabriele Reich vom Empfinger Lenkungskreis Asyl, als er sich mit Marina Seyfarth im Horber Jobcenter austauschte. Ausdrücklich dankte der Parlamentarier der Arbeitsvermittlerin für ihre Unterstützung, die ihm sehr hilfreich sei. Auch von Gabriele Reichs enormem Wissen rund um die Betreuung der Flüchtlinge werde er profitieren. Man merke, dass sich die Empfingerin engagiert für ihre Schützlinge einsetze.

Eine halbe Stunde dauert in der Regel der Erstkontakt eines Flüchtlings mit dem Jobcenter, erfuhr Fuchtel. Das sei wesentliche Voraussetzung für alle weiteren Schritte.  Die meisten von ihnen, so Seyfarth, würden signalisieren, dass sie schnellstens Arbeit suchen, um sich selber ernähren zu können.

Sehr motiviert kämen die allermeisten jungen Flüchtlinge an. Diese wollten nach eigenem Bekunden rasch die deutsche Sprache erlernen, damit sie bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Die Jugendlichen zeigten sich interessiert an Weiter- und Ausbildungsmöglichkeiten. Die Sprachkurse seien deshalb häufig ausgebucht. Das Bildungsniveau der Flüchtlinge unterscheide sich mitunter deutlich. Während einige nur wenige Jahre eine Schulbank gedrückt hätten, könnten andere ein abgeschlossenes Hochschulstudium nachweisen.

Beim Erstkontakt mit dem Jobcenter gehe es zunächst um Formalien, wozu vor allem die Prüfung der Papiere gehöre. An Hand der Schulbildung könnten mögliche Chancen auf dem Arbeitsmarkt ausgelotet werden. Die Kommunikation werde von Dolmetschern begleitet. Viele Flüchtlinge aus Syrien hätten zwar englische Sprachkenntnisse. Dennoch seien arabische Übersetzer gefragt.

Anlaufschwierigkeiten könnten – dank Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer – in der Regel schnell behoben werden. Danach könne man sich zügig um Details kümmern.

Bei eindeutiger Rechtslage gingen allerhöchstens vier Monate ins Land, bis ein Flüchtling eine Entscheidung über seinen Asylantrag erhalte, erläuterte Seyfarth auf Nachfrage des Staatssekretärs. Zwei Monate seien eher die Regel. Erst danach werde das Jobcenter aktiv. Bei Vorsprache im Jobcenter erfolge eine Registrierung im Regelfall am gleichen Tag; die Bearbeitungsdauer dauere dann, sofern alle Unterlagen vollständig vorliegen, maximal 15 Arbeitstage.

Dabei habe sich bewährt, die Anträge gleich im Jobcenter gemeinsam mit den Flüchtlingen auszufüllen. Künftig werde man verstärkt in den Flüchtlingsunterkünften präsent sein. Allerdings werde kein Weg an einer Registrierung im Jobcenter vorbeiführen. „Wir bemühen uns, alle Formalien zügig an einem Tag zu erledigen, soweit das möglich ist“, betonte Seyfarth, die davon spricht, dass in Horb derzeit kein Antragstau zu verzeichnen sei. Das habe man ebenfalls der guten Unterstützung durch die Helferkreise, aber auch den Mitarbeitern im Jobcenter zu verdanken.

[Druckversion]