08.02.2016

Erfolg liegt in der Profilierung

Einzelhandel: Investitionsimpuls der Familie Ott in Dornstetten / Hans-Joachim Fuchtel vor Ort / Krawatte ist weg!

fuschuhSchwupps ist die Krawatte weg: Beim Besuch des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel in Dornstettens Schuhhaus Nestle-Schäfer hat eine Schnogaklopferin kurzerhand zur Schere gegriffen.

Dornstetten. Eigentlich war der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel nicht der Narretei wegen nach Dornstetten gekommen, als seine Gespräche mit dem ortsansässigen Einzelhandel in die zweite Runde gingen. Doch plötzlich war der Bundestagsabgeordnete mittendrin im Geschehen und "schwupps!" war auch schon die Krawatte weg!

Eine mutige Schnogaklopferin hatte nämlich im Schuhhaus Nestle-Schäfer, wo sie den Vertreter der Bundesregierung erspähte, behänd zur Schere gegriffen. Da konnte Bürgermeister Bernhard Haas noch froh sein, dass er ungeschoren davonkam.

Vor gut einem Jahr war Fuchtel schon einmal durch die Geschäfte der Innenstadt gezogen, um später festzustellen: „Es geht was in Dornstetten!“ Auch diesmal hatte der Politiker allen Grund, um die Investitionsfreude der Dornstetter zu loben: Denn die Inhaber Gisela und Theo Ott des Schuhhauses Nestle-Schäfer planen gemeinsam mit ihren Kindern ein zweites Geschäft gegenüber auf der anderen Seite der Hauptstraße. Nun könnte man ja sagen: Ist ja kein Kunststück, wenn mit Schuh-Betriebswirtin Katharina Ott und Orthopädie-Schuhmacher Johannes Ott bereits die Nachfolger in den Startlöchern stehen. Doch den Mut zur Investition in ein komplett neues Geschäft muss man in heutiger Zeit erstmal haben, befand der Staatssekretär.

Deshalb ließ er sich detailliert über die Umbaupläne des Hauses Hauptstraße 51 informieren, in dem auf 300 Quadratmeter und über zwei Stockwerke verteilt „Lust auf schöne Schuhe“ geweckt werden soll. Vis-à-vis bleiben in der Hauptstraße 50 die Abteilungen Orthopädie und Bequemschuhe samt Zubehör und Werkstatt, wie die junge Betriebswirtin erklärt. Theo und Gisela Ott führen das Schuhgeschäft Nestle-Schäfer, das 1919 gegründet wurde, bereits seit 25 Jahren.

„Es ist wichtig, sich im ländlichen Raum heutzutage vom normalen Alltagsgeschäft abzuheben und sich auch überörtlich zu profilieren“, betonte Hans-Joachim Fuchtel, insofern seien die Investoren auf dem richtigen Weg. Sie würden mit ihrem Schritt zeigen, dass der Einzelhandel durchaus Zukunftschancen sieht. Er hoffe, dass dieses Beispiel Mut mache. Wirtschaft und Tourismus müssten auf innovative Weise zusammenfinden. „Was wir in dieser Region brauchen, sind in dieser Hinsicht konzentrierte Erlebnisangebote“, machte der Staatssekretär deutlich, „denn unsere Gäste müssen gute Gründe haben, warum sie wiederkommen sollen. Das Ziel heißt: Nachhaltigkeit!“ Dafür habe Dornstetten mit seiner Stadtkulisse gute Voraussetzungen.

Zu einem verstärkten Blick auf das Thema Nachhaltigkeit riet Fuchtel ohnehin. Denn der Verbraucher kaufe bewusster ein und achte mittlerweile sehr wohl darauf, ob Waren unter Umweltgesichtspunkten und ohne Kinderarbeit oder Ausbeutung produziert werden. Dafür habe das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Handy-App „Siegelklarheit“ initiiert, mit der Waren auf ihre nachhaltige Produktion hin zurückverfolgt werden können. Nach der Textilbranche könne dies bald auch die Lederindustrie erreichen und dann gelte es, dabei zu sein.

CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Pascale Peukert, Bürgermeister Bernhard Haas und Carolin Baier als Leiterin von Tourist-Information, Kulturamt und Stadtentwicklung wissen das Engagement der Inhaberfamilie Ott sehr zu schätzen. „Das Tolle an dieser Planung ist“, sagte Pascale Peukert, „dass gemeinsam mit zwei jungen Nachfolgern eine gute Aufwertung für Dornstetten erreicht wird.“

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