09.02.2016

Inklusion am Arbeitsplatz in der Praxis

Staatssekretär Fuchtel besucht Integrationsfirma / GWW und Stiftung als Träger / Unterstützung durch Städte und Kreise

Inklusion am Arbeitsplatz in der Praxis Im Gespräch mit Mitarbeitern und Führungskräften der GWW-Tochter Femos: der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (rechts).

Nagold / Herrenberg / Böblingen. Der praktischen Umsetzung von Inklusion am Arbeitsplatz galt das Interesse des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel bei seinem Besuch in der Femos-Möbelhalle in Böblingen. Die Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH (GWW) mit Standorten in Nagold, Calw, Stammheim, Herrenberg sowie sechs weiteren im Landkreis Böblingen ist neben der Stiftung ZENIT Gesellschafter des Unternehmens.

Fuchtel lobte das Konzept des gemeinnützigen Unternehmens, das nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch Langzeitarbeitslosen und schwer vermittelbaren jungen Menschen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt biete. Die Firma Femos, erfuhr der Bundestagsabgeordnete, sei ein Beispiel dafür, dass die Inklusion gelingen könne. Mehr als die Hälfte der fast 40 Mitarbeiter ist schwerbehindert. Die Möbelhalle und das dazugehörige Logistikzentrum bieten seit 26 Jahren Arbeitsplätze in unterschiedlichen Bereichen an. Außerdem hat Femos den Auftrag für die Reinigung für Spezialbetten, Rollstühle und Hilfsmittel erhalten.

Die GWW wird unter anderem von Lebenshilfe- und Fördervereinen in Nagold, Calw, Herrenberg, Böblingen, Sindelfingen, Leonberg, dem Arbeitskreis offene Psychiatrie Calw, den Landkreisen Böblingen und Calw sowie den Städten Nagold, Calw, Herrenberg, Böblingen, Sindelfingen und Leonberg getragen.

Ausdrücklich lobte der Politiker junge Mitarbeiter, mit denen er sich austauschte. Sie ließen sich nicht in die soziale Hängematte fallen, sondern würden aktiv ihre Zukunft gestalten. „Wichtig ist, dass man erkennt, wo der einzelne Mensch hinpasst, damit er seinen weiteren Weg finden kann“, sagte Fuchtel unter Hinweis auf seine langjährigen Erfahrungen als Staatssekretär im Bundeministerium für Arbeit und Soziales. Besonders gelte es, auch die Potenziale von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund zu sehen. Das werde oft vernachlässigt. Sie könnten durch eine gute Ausbildung mit Vorstufen später ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten.

Der Parlamentarier betonte, er wisse um die hohen Anforderungen an die gemeinnützigen Betriebe. Deshalb sei ihnen hoch anzurechnen, dass sie sich dafür engagierten, möglichst viele Mitarbeiter in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. In den kommenden drei Jahren bringe der Bund in die Verbesserung der Beschäftigungssituation von Menschen mit schweren Behinderungen rund 150 Millionen Euro ein. Davon könnten Projekte wie das der Firma Femos profitieren.

Der GWW mit ihrem Unternehmensnetz riet der Parlamentarier schließlich, noch intensiver an die Öffentlichkeit zu gehen. Denn die Allgemeinheit wisse noch zu wenig über Qualität und Angebote der gemeinnützigen Gesellschaft.

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