04.03.2016

Müller: Welt ohne Hunger ist möglich

Bundesminister bei Liebenzeller Mission / Auch: Danke für deutliche Worte / Krause zollt großen Respekt

fuhungerHoher Besuch bei der Liebenzeller Mission (von links): CDU-Landtagsabgeordneter Thomas Blenke, Bundesminister Dr. Gerd Müller, Direktor Detlef Krause, Bürgermeister Dietmar Fischer und der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel.

Bad Liebenzell. Dr. Gerd Müller brachte die Herausforderungen unserer Zeit in Bad Liebenzell auf einen einfachen Nenner: „Der Starke steht in der Verantwortung für den Schwachen auf dieser Welt“, sagte der Bundesminister bei der Liebenzeller Mission. Doch der prominente CSU-Politiker hatte schon anhaltenden Beifall geerntet, ehe er ans Mikrofon trat.

Den hatte Direktor und Pfarrer Detlef Krause im proppenvollen Schulungszentrum mit seinem Satz „Ich habe großen Respekt vor dem, was Sie leisten!“ ausgelöst. „Auch wir sind Überzeugungstäter!“ gab Krause seinem Gast später mit auf den Weg. Nachhaltiges, politisches Wirken für die Bürger und ihre Anliegen, attestierte Krause außerdem dem Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel, der sich als Parlamentarischer Staatssekretär Seite an Seite mit dem Minister für die Entwicklungszusammenarbeit engagiere.

Martin Auch pflichtete seinem Vorredner bei: „Zum ersten Mal sind so deutliche Worte zur Entwicklungspolitik in unserem Land zu hören“, sagte der Missionsdirektor, „die Probleme auf dieser Welt können nur durch Partnerschaften gelöst werden.“

Sein Freund Hans-Joachim Fuchtel habe ihm nicht zu viel versprochen, als er ihn nach Bad Liebenzell eingeladen habe, sagte Müller. Oft fühle er sich als Christ in der Politik allein; nicht so an diesem Ort, wo Werte und christliches Menschenbild ganz offensichtlich gelebt würden. „Wir haben ein Verteilungs- und ein Gerechtigkeitsproblem“, betonte Müller, der auch die Frage aufwarf, ob man es sich angesichts der dramatischen Ereignisse auf der Welt wirklich gut gehen lassen dürfe, wenn man auf der Sonnenseite dieses Planeten geboren wurde.

Mit einem klaren „Ja“ beantwortete der Minister diese Frage gleich selber, „aber wir müssen daraus auch eine Verantwortung ableiten für die, die auf der Schattenseite leben.“ Die Menschheit müsse das Teilen neu erlernen. „Wenn wir den Flüchtlingen nicht vor Ort helfen, werden sich noch viel mehr auf dem Weg zu uns machen, und ich kann es ihnen nicht verdenken.“

Der Friede komme nicht von alleine zu den Menschen: „Er muss in unseren Herzen beginnen“ und habe auch mit Toleranz zu tun. „Eine Welt ohne Hunger ist möglich“, ist Müller überzeugt, für den auch die Energie- und Umweltprobleme lösbar sind, „damit unsere nachfolgenden Generationen eine Zukunft haben.“

MdB Hans-Joachim Fuchtel forderte bei der anschließenden Fragerunde mehr Konsequenz in der Flüchtlingspolitik: Hilfe nur für die, die wirklich verfolgt sind, und Rückführung derer, die keine Bleibeperspektive in Deutschland haben. Landtagsabgeordneter Thomas Blenke nutzte die Gelegenheit auf dem Podium, denen zu danken, „die sich um die Flüchtlinge in unserem Land kümmern.“ Ohne dieses vielfältige Engagement könnte der Staat die Situation wohl kaum bewältigen.

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