09.11.2011

Kreis als Wirtschaftsstandort stärken

Landrat Riegger und Staatssekretär Fuchtel beim größten Schömberger Arbeitgeber / Vögele: Querdenken als Erfolgsrezept

Kreis als Wirtschaftsstandort stärken Über volle Auftragsbücher bei Vögele Apparatebau in Langenbrand freuen sich (von links): Landrat Helmut Riegger, Bundestagsabgeordneter Hans-Joachim Fuchtel, Bürgermeisterin Bettina Mettler, Landtagsabgeordneter Thomas Blenke, Geschäftsführer Thomas Vögele und Unternehmensberater Rolf Binder.

 

Schömberg-Langenbrand. Der Kreis Calw soll als Wirtschaftsstandort gestärkt werden. Das sagte Landrat Helmut Riegger beim Besuch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel in Langenbrand. Der Parlamentarische Staatssekretär war überrascht von der „hohen Wertschöpfung“ des größten Arbeitgebers der Gemeinde Schömberg, der Vögele Apparatebau. Geschäftsführer Thomas Vögele zeigte sich seinerseits sehr zufrieden mit der Politik auf allen Ebenen: „Wir erhalten durch die Bank die Unterstützung, die man erwarten kann.“

Solche positiven Worte höre man nicht alle Tage, waren sich Landrat Helmut Riegger, sein Wirtschaftsförderer Nico Lauxmann, Bürgermeisterin Bettina Mettler, der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel und der Landtagsabgeordnete Thomas Blenke einig. Die Wirtschaftskrise, die sein Unternehmen ohne Kurzarbeit gemeistert habe, sei angesichts voller Auftragsbücher bis 2013 schon wieder Vergangenheit, fügte Vögele ergänzend hinzu. „Wir haben allerdings das Glück, dass unsere Produktreihe auf den internationalen Märkten sehr gefragt ist“, so der Firmenchef, der „Querdenken und frische Ideen“ als Erfolgsrezepte nannte. Das treffe auch für das Tochterunternehmen VA-Technology in Tennessee (USA) zu.

Dem künftigen Fachkräftemangel, der sich aufgrund der demografischen Entwicklung heute schon abzeichnet, sieht Firmenchef Thomas Vögele gelassen entgegen, bilde die Vögele Apparatebau doch seit über zehn Jahren kontinuierlich aus. Der Zulauf sei nach wie vor sehr rege, so dass die Personalabteilung die jungen Leute nicht mal anwerben müsse.

Ideale Voraussetzungen für die Zukunft des Unternehmens, attestierte der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel seinem Gesprächspartner. Denn der Fachkräftemarkt werde bald schon leer gefegt sein. Auch brauche die Politik mehr denn je die Unterstützung der Wirtschaft, wenn es darum gehe, der Hartz-IV-Kultur entgegenzuwirken.

Eine große Stärke der Unternehmensgruppe ist in den Augen des Unternehmensberaters Rolf Binder die Verankerung eines großen Maßes an Offenheit in der Unternehmensphilosophie. Dabei galt der Betrieb nicht immer als profitabel. 1990 waren dem Apparatebau in Pforzheim als Tochter eines Konzerns keine Zukunftschancen eingeräumt worden. Damals nahm der frühere Fertigungsleiter Thomas Vögele selber das Heft in die Hand, um gemeinsam mit den besten Fachkräften im September 1991 in Nöttingen neu durchzustarten.

Heute beschäftigt die Vögele Apparatebau 120 Mitarbeiter in Langenbrand, ist beständig auf Wachstumskurs und hat sich im modernen Anlagen- und Apparatebau weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus einen Namen gemacht. Hauptaufgabengebiet ist die Mitentwicklung und Anfertigung von Komponenten für den Apparatebau und Zubehörteilen aus hochkorrosionsbeständigen Werkstoffen. Mit einer hervorragenden technische Ausstattung, breitem Wissen und hoher Mitarbeiterqualifikation werden komplexe Aufgaben vor allem auch für die sensible Medizintechnik gelöst.

Vom Export profitiert das Schömberger Unternehmen nur indirekt, weil es hauptsächlich Komponenten für große Anlagen seiner Auftraggeber baut, die ihrerseits international tätig sind - vom Druckbehälter über Komponenten für Laborausrüstungen und Sondermaschinen bis zu Vakuumkammern. Die Zukunft seiner Firmengruppe sieht Thomas Vögele außerdem in der Umwelttechnik und in der Bearbeitung von Oberflächen. Dafür wurde einerseits die Vögele Umwelttechnik zum 1. Juli 2011 gegründet, die verfahrenstechnische Lösungen aus den Aufgabenstellungen ihrer Kunden zu Fragen der Wasser-, Abwasser- und Ablufttechnik entwickelt, und zum anderen die Firma MultiFinish, die seit fünf Jahren Anforderungen aus der Metall-, Kunststoff- und Textilindustrie sowie der Medizintechnik wie auch der Schmuck- und Uhrenbranche umsetzt.

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