29.06.2016

Gutes noch besser tun

Runder Tisch: Vernetzung schreitet voran / Weltkartenspiel macht nachdenklich / Leyn: Erfolgreiche Veranstaltung

Gutes noch besser tunArbeiteten an der weiteren Vernetzung der Initiativen zur Entwicklungszusammenarbeit im Nordschwarzwald (von links): Organisator Hans-Peter Teufel aus Eutingen, Cathy Plato vom EPiZ Reutlingen mit dem Weltkartenspiel, Parlamentarischer Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Jeannette Spenlen von Engagement Global sowie Simon Veigel von Fundraising educare aus Egenhausen mit weiteren Teilnehmern des Runden Tisches in Altensteig.

Region Nordschwarzwald. Entwicklungszusammenarbeit wird im Nordschwarzwald auf vielfältige Weise praktiziert. Über 90 Projekte von Kirchengemeinden, Hilfsorganisationen und Vereinen gibt es allein in den Landkreisen Freudenstadt und Calw. Eine Übersicht hatte Organisator Hans-Peter Teufel aus Eutingen für den zweiten Runden Tisch (RuTi) erstellt, der sich in Altensteig traf. „Da wäre es doch schade, wenn man sich nicht vernetzen würde“, kommentierte der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, dessen Idee bereits Kreise bis in den Raum Pforzheim zieht.

„Wir wollen Gutes noch besser tun!“ brachte es Hans-Peter Teufel im Jugenddorf Altensteig auf den Punkt, wo sich die Helferinnen und Helfer erneut in großer Zahl im besten Sinne des Wortes an einen Tisch setzten. Oft könne man schon mit einfachen Mittel viel verändern. Diesmal wurde die Veranstaltung von vier namhaften Referenten begleitet, die wertvolle Tipps für die ehrenamtliche Arbeit gaben. Cathy Plato vom Entwicklungspädagogischen Informationszentrum (EPiZ) in Reutlingen machte an Hand des Weltkartenspiels nachdenklich, ob die Ressourcen auf dieser Welt überhaupt gerecht verteilt werden.

Der Runde Tisch könne einen Beitrag dazu leisten, das Engagement in der Gesellschaft noch mehr zu stärken, unterstrich Jeannette Spenlen von Engagement Global die Bedeutung der Initiative. Sie ermunterte die Teilnehmer, ihre Projekte bekannter zu machen, um mehr Unterstützer zu finden. Auf lokaler Ebene werde Vieles geleistet, wie der RuTi beweise. Rainer Lang von Brot für die Welt und Anton Vaas von Aktion Hoffnung erläuterten, wie das Ehrenamt ideell wie finanziell unterstützt wird.

Eine Vielzahl an aktiven Gruppierungen leiste „exzellente Arbeit im Verborgenen“, betonte der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel. Als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) habe er viele Berührungspunkte zu einzelnen Projekten. So würden auch vom Nordschwarzwald aus zig Beiträge für ein besseres Leben in ärmeren Ländern angestoßen. Dabei werde den Helferinnen und Helfer oft viel Geduld abverlangt, doch hierzulande seien die demokratischen Strukturen auch nicht von heute auf morgen entstanden. Persönlich freue ihn, dass sich die Kommunen stärker einbringen. Deren Know-how werde in den Entwicklungsländern dringend gebraucht. „Wenn wir nicht zu den Problemen kommen, kommen sie zu uns“, verdeutlichte Fuchtel. Der Runde Tisch zeige, dass das Interesse am Erfahrungsaustausch riesengroß sei.

„Ich bin total begeistert, wie auf verschiedene Weise geholfen wird“, sagte Hans-Peter Teufel. Das Teilnehmerfeld reichte von Kinderhilfsprojekten über Kulturaustausch und medizinische Versorgung bis zur Berufsförderung. „Die Jungen und Mädchen haben’s verdient, dass wir ihnen eine Zukunft aufbauen helfen“, sagte beispielsweise Klaus Rais von der Kinderhilfe Hochdorf. Wer eine berufliche Perspektive habe, müsse nicht nach Europa flüchten. Auch Wolfgang Saier vom Senior Experten Service, dessen väterliche Wurzeln in Grünmettstetten liegen, machte klar, wie wichtig es ist, den Menschen in ihrer Heimat die Chance zu geben, ihren Lebensunterhalt selber zu verdienen.

„Mich fasziniert, wie viele Projekte es in unserer Region gibt“, betonte Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn, „das habe ich früher nicht so wahrgenommen. Allein schon deshalb ist dies eine erfolgreiche Veranstaltung.“ Helmut Hauser von der Albanienhilfe Nehemiah Gateway nannte die Aktivitäten des Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel ermutigend, vorbildlich und motivierend zugleich: „Da müssen wir dahinterstehen!“

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