11.07.2016

Afrika als Chancenkontinent sehen

Wirtschaftsrat: Staatssekretär und Generalkonsul treten gemeinsam auf / Fuchtel: Positive Beispiele häufiger als bekannt

Afrika als Chancenkontinent sehen Über die Chancen für die hiesige Wirtschaft in Afrika diskutierten unter anderem auf dem Schliffkopf (von links): Konrad Walter aus Rastatt, George Motlatjo Monyemangene (Generalkonsul Republik Südafrika), der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Peter Schuon aus Haiterbach (MS Schuon) und Landesbeauftragter Siegfried Braun aus Pfalzgrafenweiler.

Baiersbronn / Region. Nahe an der Praxis sahen sich die Mitglieder des Wirtschaftsrates Deutschland nach den Worten des Sprechers Konrad Walter beim jüngsten Mitgliedertreffen auf dem Schliffkopf. Den Sektionen Calw/Freudenstadt, Ortenau und Baden-Baden/Rastatt war es gelungen, gleich zwei profunde Kenner der afrikanischen Wirtschaftsszene nach Baiersbronn zu holen.

Während George Motlatjo Monyemangene als Generalkonsul der Republik Südafrika aus München in den Schwarzwald gereist war, gestaltete sich die Veranstaltung mit Unternehmern und Führungskräften für den Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sozusagen als Heimspiel. Denn der CDU-Politiker ist der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Calw/Freudenstadt und deshalb auch mit der Wirtschaft in der Region bestens vertraut.

Afrika sei ein „Chancenkontinent“, erläuterte Fuchtel, von dem auch die Unternehmen hierzulande profitieren könnten. Allerdings sei es schon wichtig, sich seine Partner vor Ort genau anzusehen und auf Fachwissen zurückzugreifen. Erklärtes Ziel der Strategie von Bund und BMZ sei, dem deutschen Mittelstand den Einstieg in die Märkte des erwachenden Kontinents zu erleichtern.

Der Wirtschaftsrat habe sich bewusst des erheblichen wirtschaftlichen Potenzials in Afrika angenommen, betonte Konrad Walter, „für mich war allerdings Neuland, was das BMZ alles dazu beiträgt.“ Die Wahrnehmung Afrikas habe sich grundlegend verändert, sagte George Monyemangene. „Sie werden überrascht sein“, so der Generalkonsul, „welche Geschäftsbeziehungen auf dem vielfältigen Kontinent bereits möglich sind.“ Deutsche Unternehmen seien stark in die Entwicklung eingebunden.

„Wir sind die erste Generation, die den Hunger in Afrika erfolgreich bekämpfen kann“, hob Fuchtel hervor, „und womöglich die letzte, die der Erderwärmung noch erfolgreich etwas entgegensetzen kann.“ Auf dem Weg vom Krisen- zum Chancenkontinent werde das eine zentrale Rolle spielen. Die Bundesregierung sehe ihre Aktivitäten im Sinne der Bekämpfung von Fluchtursachen und Perspektivlosigkeit für die Jugend. Deshalb werde in Ausbildung, Ernährung und Gesundheit sowie Partnerschaften auf Augenhöhe investiert. „Wir wollen nicht die Rohstoffe ausbeuten, sondern zu einer Stabilisierung im Land beitragen“, betonte der Staatssekretär, damit die Menschen eine Zukunft auf dem Kontinent sehen, der täglich um 75.000 Einwohner wachse. Die Wirtschaftsleistung habe sich seit 2000 in Afrika bereits verdreifacht. Mit dem digitalen Wandel eröffneten sich völlig neue Chancen.

Die öffentliche Hand könne die Entwicklungszusammenarbeit jedoch nicht alleine stemmen. Das gelinge nur mit der Wirtschaft hierzulande. Um Akzente zu setzen gebe es Fördermittel sowie mit der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung im BMZ auch eine Schnittstelle. Eine große Herausforderung sei die Implementierung nachhaltiger Wertschöpfungsketten mit Sozial- und Umweltstandards. „Außerdem arbeiten wir an der Eindämmung der Korruption“, betonte der Politiker.

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