29.07.2016

Netzwerk engmaschiger machen

Wirtschaft: Fuchtel im Gespräch mit WFG-Geschäftsführer Protzer / Internationalisierung bringt neue Herausforderungen

Netzwerk engmaschiger machen Arbeitsgespräch in Calw: der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (links) und der neue WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer.

Calw / Freudenstadt. Die Vernetzung der Wirtschaft in der Region und deren Internationalisierung sieht der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel als die wichtigsten Aufgaben für die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG) in naher Zukunft an. Bei einem Arbeitsgespräch in Calw signalisierte der CDU-Bundestagsabgeordnete dem neuen Geschäftsführer Jochen Protzer, die WFG mit entsprechenden Instrumenten auf diesem Weg begleiten zu wollen.

Fuchtel selbst sieht sich im Standortmarketing für die Region zum einen durch die Vermittlung von Botschafterbesuchen aus Berlin gefordert. Schon in der Vergangenheit hätten sie regelmäßig für „erhebliche Aufmerksamkeit auf internationalem Parkett gesorgt“. Auch in diesem Jahr würden sich wieder ranghöchste Vertreter unterschiedlicher Länder im Nordschwarzwald die Klinke in die Hand geben. So haben für den Herbst die Botschafter von Kasachstan und Honduras bereits zugesagt.

Der indische Botschafter werde extra aus Berlin anreisen, um das Tagore-Grab in Schömberg zu besuchen. Was beweise, welch enormes Potenzial im hiesigen Tourismus stecke. Bei derartigen Gelegenheiten wie auch bei Hausmessen international agierender Unternehmen könnten Wirtschaft und Tourismus ihre Ressourcen noch viel intensiver bündeln, so Fuchtel.

Allerdings müssten vor allem die Ressourcen der Regionalität angezapft werden. Dazu gehöre, das Flair touristischer Möglichkeiten herauszuschälen, ist Fuchtels Überzeugung, „denn davon profitieren unterm Strich alle Seiten: neben den Beherbergungsbetrieben, den Freizeitangeboten und der Gastronomie vor allem das produzierende Gewerbe, das händeringend nach Fach- und Führungskräften sucht.“  Der neue WFG-Geschäftsführer stimmte dem Abgeordneten voll zu: „Wir müssen in der Vermarktung der Wirtschaftsregion Nordschwarzwald fantasievoller und kreativer werden!“

„Die Herausforderungen auf dem Gebiet des Technologietransfers und auch die Unternehmensnetzwerke sind in unserem Raum noch nicht optimal gelöst“, fasste Protzer zusammen. Für Fuchtel ist das eine Frage des Wollens. „Wir müssen unser Interesse artikulieren, damit wir nicht von dieser Entwicklung abgehängt werden“, sagte der Politiker, „dabei muss der Frage nachgegangen werden, wie unser Mittelstand von solchen Aufgabenstellungen profitieren kann.“ Denn Europa werde zwar nicht größer, „aber die Welt drum herum wächst.“

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