11.08.2016

Aus Kosovo kommt jetzt Qualität

Wirtschaft: Positives Beispiel vor der Haustür / Fuchtel ermuntert zur Kooperation / Engagement in Altensteig

Aus Kosovo kommt jetzt QualitätEs beginnt sich im Kosovo etwas zu bewegen. Erste Ergebnisse sind sogar ganz konkret bei uns vor Ort sichtbar. Im Gespräch (von links): Helmut Hauser, Hans Doll, Parlamentarischer Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Michael Fijacko, Oleg Stark und Arben Kelmendi.

Altensteig. Als ein wichtiges Zeichen dafür, dass jetzt endlich Arbeitsplätze vor Ort auf dem Balkan entstehen, wertet der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel die jüngste Wirtschaftsansiedlung im Altensteiger Gewerbegebiet Turmfeld: eine Möbelfirma mit einem Produktionsstandort im Kosovo. Was den Bundestagsabgeordneten besonders überzeugt hat: „Im Kosovo kann man zwischenzeitlich auch Qualität“, sagte Fuchtel, nachdem ihm Arben Kelmendi, Michael Fijacko und Oleg Stark von ihren Erfolgen berichtet hatten.

Die Nachfrage ist inzwischen so groß, dass sich Kelmendi, selbst gebürtiger Kosovare, mit einer weiteren Investition in Millionenhöhe in seiner Heimat befasst. Die Möbel werden bislang hauptsächlich über Internetplattformen an den Endkunden durch die Vertriebsgesellschaft Schwaben verkauft, die in Altensteig ihren Sitz hat. „Das ist erfreulicherweise nicht das einzige Projekt", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der kürzlich im Blick auf Maßnahmen zur Verbesserung der Startbedingungen für Rückkehrer in mehreren Ländern des Balkans unterwegs war.

"Jede einzelne solcher Aktivitäten zeigt den Menschen auf dem Balkan, dass der Aufbau des Landes möglich ist“, betonte Fuchtel. So werde den Menschen Mut gemacht, im Land selbst etwas aufzubauen. „Das unterstützen wir durch unsere Politik der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auf vielfältige Weise, da die Probleme dort bewältigt werden müssen, wo sie bestehen", betonte der CDU-Politiker. Dazu gehöre ebenso der Einsatz der Instrumente der KfW-Förderbank.

„Solche gewerblichen Investitionen ermöglichen auch den Aufbau dualer Ausbildung", verdeutlichte Hans-Joachim Fuchtel das Gesamtspektrum auf. Die Jugendarbeitslosigkeit liege im Kosovo bei 75 Prozent. Auch dazu leisteten die drei Unternehmer wertvolle Aufbauhilfe. "Das sind die Mosaiksteine die wir zusammenfügen müssen", zeigte Fuchtel den Weg auf, um auf dem Balkan neue Perspektiven zu schaffen.

Der Staatssekretär ermunterte seine Gesprächspartner, in ihrem Engagement nicht nachzulassen. „Der Balkan hat Potenzial, denn sein Wirtschaftswachstum liegt bei über zwei Prozent und ist weiter entwicklungsfähig“, so der Politiker.

Die Vertriebsgesellschaft Schwaben agiert vor allem über den Internetverkauf der überwiegend aus Holz gefertigten Produkte. Diese erfreuten sich dank ihrer Qualität und ihres Designs steigender Beliebtheit. Kelmendis Zuliefererbetrieb hat sich deshalb bereits zum größten Möbelexporteur im Kosovo entwickelt. Nicht ohne Stolz erläuterte der Unternehmer dem Staatssekretär: Seine Produktionsstraße habe er nach deutschen Standards und mit Homag-Maschinen aus Schopfloch aufgebaut. Die Möbel – neben Stühlen produziert Kelmendi auch Betten sowie Kleinmöbel – bestückt er ausnamslos mit Häfele-Beschlägen aus Nagold.

Mehr Wirtschaftskraft werde im Kosovo dazu beitragen, dass die Infrastruktur verbessert, die Korruption erfolgreicher bekämpft und das Bildungswesen zukunftsorientiert ausgebaut werden könne, ist Fuchtel überzeugt. Bei dem Wirtschaftsgespräch wurde er vom CDU-Fraktionsvorsitzenden im Altensteiger Gemeinderat, Hans Doll, und Architekt Helmut Hauser begleitet. Der Inhaber des Architekturbüros hauserpartner ist vor allem in Albanien mit vielen gemeinnützigen Hilfsprojekten aktiv.

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