02.09.2016

Paracelsus könnte Pate stehen

Schlossberg-Klinik: Investitionen von neun Millionen Euro in Planung / Fuchtel: Gut für gesamten Raum

Paracelsus könnte Pate stehen Über die Neuausrichtung der Schlossberg-Klinik sprachen in Bad Liebenzell: (stehend von links) Gisela Kuhlmann vom CDU-Stadtverband, Chefarzt Dr. Karlheinz Tschuran, Bürgermeister Dietmar Fischer, Architekt Hajo Renner-Motz sowie (sitzend von links) Ärztlicher Direktor Dr. Oliver Maier-Börries, Tourismusdirektorin Kerstin Weiss, Verwaltungsleiterin Brigitte Ilie-Alpert, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, die Geschäftsführer Claus Bannert und Christian Busche.

Bad Liebenzell. Die Schlossberg-Klinik soll ab 1. Januar 2017 zu 100 Prozent unter der Regie der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken mbh (cts) geführt werden. Das soziale Dienstleistungsunternehmen der katholischen Kirche möchte außerdem insgesamt neun Millionen Euro in Bad Liebenzell investieren, erläuterten die Geschäftsführer Claus Bannert und Christian Busche dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel bei einem Informationsaustausch vor Ort.

Zu diesem Stichtag ist vorgesehen, dass die AOK ihre restlichen Geschäftsanteile an die cts überträgt. Denn seit Januar 2014 besteht bereits eine strategische Partnerschaft mit der Trägergesellschaft. Mit der grundlegenden Sanierung des Hauses, das aktuell 130 Zimmer zählt, soll sich das Competence Center für Orthopädie und psychosoziale Gesundheit (CCOP) neu ausrichten. Die 60 Arbeitsplätze würden komplett erhalten bleiben.

Für den Standort sei es mehr als positiv, dass ein solider Investor für die Sanierung gefunden wurde, betonte der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel. Das berge die Chance in sich, neue Märkte zu erschließen. Eine solche Investition sei sehr erfreulich für den gesamten Raum und zugleich ein klares Bekenntnis der neuen Eigentümer zu Bad Liebenzell. Ein Umbau in dieser Größenordnung sei aber ohne Frage auch logistisch eine große Herausforderung. 

Die Reha-Szene müsse sich wie der Tourismus weiterentwickeln; der frühere Kur- und Bäderkreis habe dafür genügend Potenzial. Es sei dringend notwendig, dass man sich in der Region noch mehr aufeinander zubewege und die Tourismusarea wieder bis an die Autobahnen heranführe. Auf reges Interesse stieß Fuchtel mit seiner Anregung, das Leben und Wirken jenes bekannten Arztes aus dem 16. Jahrhundert in Bad Liebenzell zu thematisieren, der schon Namenspatron der Paracelsus-Therme ist.  Daraus könne man neue Therapieformen ableiten. Sein spontaner Vorschlag: eine spezielle „Liebenzeller Paracelsus-Übung“. Er empfehle außerdem, die Klinik durch Veranstaltungen mehr der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Wer offensiv auf den Markt zugeht, gewinnt“, zeigte sich Fuchtel überzeugt.

Bei einer Sondersitzung im Oktober möchte die Klinikleitung dem Bad Liebenzeller Gemeinderat die konkreten Umbaupläne im Detail vorstellen. Vorab muss allerdings noch der Aufsichtsrat der AOK Baden-Württemberg zustimmen. Bis dahin sollen weitere Entscheidungen, auch über die Grundausrichtung des therapeutischen Angebotes, gefallen sein.

Ein neues Gesundheitskonzept lasse sich hervorragend in die Aktivitäten der Kurstadt einbinden, betonte Bürgermeister Dietmar Fischer. Der Tourismus im Kreis brauche Leuchttürme. Für Aktivitäten wie Wandern oder Sport, aber auch für Ruhe und Erholung sei Bad Liebenzell gut aufgestellt. „Wir suchen Kooperationen und streben eine engere Zusammenarbeit mit den Anbietern an“, so der Rathauschef, der in Begleitung der neuen Tourismusdirektorin Kerstin Weiss an der Gesprächsrunde teilnahm. Deshalb freue man sich über die Ankündigung der Klinikleitung, sich aktiv in die Weiterentwicklung der Kurstadt einzubringen. 

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