06.09.2016

Fuchtel macht weiter Druck

Umgehungsstraße: Staatssekretär holt zweites Mitglied im Verkehrsausschuss nach Loßburg / Donth zeigt sich als Praktiker

Loßburg: Massiv bringt der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel seine Kollegen aus dem Verkehrsausschuss in Sachen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) wegen noch nicht gelöster Probleme zum Einsatz. „Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist", lautet das Credo des parlamentarischen Routiniers. Diesmal ist es Michael Donth aus dem Wahlkreis Reutlingen, der sich auf Einladung des hiesigen Abgeordneten am Samstag zu einem halbtägigen Termin auf den Weg in den Landkreis Freudenstadt gemacht hat.

 

Den Teilnehmern der Gesprächsrunden war klar, dass Michael Donth die Argumente wirklich aufgenommen hat: „Was Sie mir heute an Argumenten geliefert haben, war schon mal sehr hilfreich“, betonte der CDU-Verkehrspolitiker in Loßburg, „vor allem das Kostenargument wirkt überzeugend.“ Der Reutlinger Politiker ist Mitglied im Verkehrsausschuss und als solches ganz direkt an Entscheidungen über die Umsetzung von Straßenbauprojekten beteiligt.

Binnen zwei Wochen war somit zum zweiten Mal ein Verkehrsexperte aus den Reihen des Deutschen Bundestages einer Einladung des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel gefolgt, um sich persönlich ein Bild von der Verkehrssituation in dessen Wahlkreis zu machen – getreu Fuchtels Motto: „Einmal sehen ist besser als hundertmal drüber reden!“

„Herr Fuchtel müsste ja fast schon einen Schlüssel zum Rathaus haben, so oft wie er bei uns in Loßburg aktiv ist“, schmunzelte denn auch Gemeindekämmerer Günter Muth, um darauf aufmerksam zu machen, wie intensiv sich der CDU-Abgeordnete um die Verkehrsbelange der Gemeinde kümmert. Ihm wie auch Gemeinderätin Karin Armbruster, Dezernatsleiterin Stefanie Simet und Straßenbauamtsleiter Mathias Fritz (letztere beide vom Landkreis Freudenstadt) war es zuvor offenbar gelungen, gute Gründe für eine mögliche Ortsumfahrung Loßburgs ins Feld zu führen.

Da mit der Bundesstraße 294 die Nordschwarzwälder Quertangente mitten durch den Ort führe, müssten die Loßburger und auch ihre Urlaubsgäste täglich bis zu 15.000 Fahrzeuge ertragen. Loßburgs größter Arbeitgeber, die Firma Arburg, drängt ebenfalls auf die Entscheidung für eine Trassenführung, um Planungssicherheit für spätere Expansionen zu haben.

Donth beeindruckte in Loßburg die Tatsache, dass die Gemeinde bereits Geld für die Planung in die Hand genommen hat und eine aktive Grundstückspolitik betreibt. Mit aktuell prognostizierten 46,6 Millionen Euro korrigiert sich die Kostenplanung des Landtages von 2007 deutlich nach unten. Unbestritten ist die Umfahrung aus fachlicher Sicht ein verkehrspolitisch sinnvolles Projekt mit einem extrem hohen Kosten-Nutzen-Faktor. Ihm fehlt jetzt nur noch die Einstufung in den „Vordringlichen Bedarf“ des BVWP, damit sie rascher realisiert werden kann.

Bei einer Millionen Übernachtungen, gab Fuchtel zu bedenken, sei der Tourismus ein weiteres, wichtiges Argument, das für die Umfahrung spreche. Wenn man schon die Tourismusregion stärken wolle, sollten auch die Reiseziele gut erreichbar sein, so der Politiker.

„Ich kann heute zwar kein Versprechen abgeben“, betonte Donth, aber die Realisierbarkeit zu deutlich geringeren Kosten sei schon ein schlagkräftiges Argument. Und die Gastgeber in der Gemeinde könne er sehr gut verstehen: Schließlich sei er auch noch stellvertretendes Mitglied im Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages. 

fudonth 

 

Die mögliche Trasse für die Umfahrung von Loßburg fest im Blick (von links):  Gemeindekämmerer Günter Muth, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, sein Bundestagskollege Michael Donth sowie Stefanie Simet und Mathias Fritz vom Landratsamt Freudenstadt. 

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