04.10.2016

Partnerschaften Quellen des Friedens

Empfang: Vereine aus Kreis Freudenstadt suchen Dialog mit französischem Botschafter / Fuchtel als Initiator

Partnerschaften Quellen des Friedens Aus dem Kreis Freudenstadt waren einige Vertreter von Partnerschaftsvereinen zum Empfang mit dem französischen Botschafter Philippe Étienne und dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel auf Burg Liebenzell gekommen.

Freudenstadt / Horb / Bad Liebenzell. Partnerschaften sind „Quellen des Friedens und des Wohlstands in Europa“. Das sagte Philippe Étienne auf Burg Liebenzell, wo Vertreter von 36 deutsch-französischen Partnerschaftsvereinen aus dem Nordschwarzwald an einem Empfang mit dem französischen Botschafter teilnahmen. Dazu gehörten auch Abordnungen aus Horb, Dornstetten, Pfalzgrafenweiler, Baiersbronn, Alpirsbach und Bad Rippoldsau-Schapbach.

Den Dialog mit dem ranghohen Diplomaten aus Berlin hatten der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und der Calwer Landrat Helmut Riegger möglich gemacht. Man treffe sich an einer „historischen Stelle“, schwärmte Fuchtel, die Zeichen der Völkerverständigung seien an diesem Ort entwickelt worden und würden auf der Burg gelebt. Gerade in Zeiten des Terrors sei die Arbeit der Akademie wichtiger denn je. Freundschaften über Ländergrenzen hinweg seien besonders dazu geeignet, „die globale Welt an ihren Wurzeln zusammenzuführen“, sagte der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete. Auf deutscher wie französischer Seite würden über 2000 Städte- und Vereinspartnerschaften gepflegt, was eine grandiose Leistung sei.

Die Burg ist seit den 1950-er Jahren Begegnungsstätte für Jugendliche aus aller Welt, betonte Martin Eckhard. Deshalb sei sie in doppeltem Sinne ein besonderer Ort, so der Akademieleiter des Internationalen Forums Burg Liebenzell, stehe doch die Jugendbewegung im Mittelpunkt eines sich verändernden Europas.

„Was für die Aussöhnung geleistet worden ist, dürfen wir nie vergessen“, war sich Philippe Étienne mit dem Bad Liebenzeller Bürgermeister Dietmar Fischer einig. Der europäische Bürger profitiere heute von den Taten der Pioniere, ist Étienne überzeugt. „Wir brauchen derartige Inspirationen, um Fortschritte zu erzielen und neue Antworten auf die vielen Fragen zu geben, die unsere Bürger stellen“, so der Diplomat mit Blick auf den internationalen Terrorismus. Partnerschaften über Ländergrenzen hinweg seien ein Schatz, der bis in die Familien hineinreiche und gepflegt werden müsse.

Da die beiden Landkreise Calw und Freudenstadt sehr enge Beziehungen zum Nachbarland Frankreich pflegen, habe er keinen Augenblick gezögert, den gemeinsamen Empfang auszurichten, betonte Landrat Helmut Riegger. Heute noch hege er großen Respekt für die Akteure der ersten Stunde, denn „wo sich Menschen verstehen, gibt’s keine Kriege.“ Auch Hans-Joachim Fuchtel stecke sehr viele Herzblut in die Begegnungen mit ausländischen Gästen im Nordschwarzwald. Riegger: „Der Empfang mit dem französischen Botschafter ist die Krönung dieser Aktivitäten.“

Philippe Étienne nahm sich deutlich mehr Zeit als die eingeplanten zwei Stunden für den Dialog. Alle Teilnehmer erhielten ausführlich Gelegenheit, über die Stärken und Schwächen ihrer Partnerschaften zu berichten. Wo er als Botschafter für Verbesserungen auf französischer Seite sorgen könne, werde er das nachhaltig tun, versprach Étienne und machte sich derweil eifrig Notizen. Schließlich sollten die Zeit und die Begeisterung, die die Akteure in die Partnerschaften investieren, reife Früchte tragen.

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