05.10.2016

Die kleinsten Gäste holen ihr Frühstücksei direkt im Stall

Tourismus: Fuchtel führt Diplomaten nach Wittendorf / Familie Kober bietet Know-how

Die kleinsten Gäste holen ihr Frühstücksei direkt im Stall Der Botschafter von Honduras hat sich in Wittendorf bis ins Detail über Ferien auf dem Bauernhof informiert (von links): Seine Exzellenz Ramón Custodio Espinoza, Ulrich Kober mit Tochter Nina, Angelika Kober und Patrick Speiser von der Jungen Union. Foto: Gäbler

Loßburg-Wittendorf. Den täglichen Umgang mit Gästen ist Angelika Kober seit 58 Jahren gewohnt. Einen leibhaftigen Botschafter aber begrüßt sie nicht alle Tage auf ihrem Ferienhof. Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel vermittelte den Termin, um Tourismusvarianten aufzuzeigen.

Umso überraschter war die Vermieterin von Vier- und Fünf-Sterne-Ferienwohnungen in Wittendorf, wie „locker“ Ramón Custodio Espinoza war, als sich der ranghohe Diplomat ausführlich über ihr Konzept „Ferien auf dem Bauernhof“ informierte. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Fuchtel hatte den Besuch des Botschafters vermittelt. Sein Gast im Nordschwarzwald, begleitet von CDU-Gemeinderat Gerhard Mäder aus Betzweiler und Patrick Speiser als Vorsitzender der Jungen Union Freudenstadt, machte eifrig Fotos. Der Botschafter war erstaunt, was man – teilweise auch ohne großen Aufwand – in familiärer Atmosphäre für das Wohl der Feriengäste so alles auf die Beine stellen kann.

Ramón Custodio Espinoza ist selber in Honduras auf einer Farm aufgewachsen und lobte, wie Bruder und Schwester Kober Hand in Hand mit ihren Feriengästen leben. Denn Ulrich Kober treibt die von den Eltern übernommene Landwirtschaft und die Geflügelzucht um, während sich Angelika Kober der Betreuung der Familien, die bei ihr Urlaub machen, widmet – an Grillabenden auch schon mal bis spät in die Nacht.

Dazu hält sie sechs Kleinpferde und Ponys für die Kinder – die sind mit ein Grund dafür, warum ihre kleinen Gäste, wenn sie selbst einmal Nachwuchs haben, gerne mit ihren Familien wiederkommen. „Das gibt einem dann schon ein tolles Gefühl“, sagte Angelika Kober, bei der die Jüngsten ihr Frühstücksei am Morgen selber im Hühnerstall holen dürfen.

Die Republik Honduras ist mit einer Fläche von 112.492 Quadratkilometer etwas größer als Kuba und zählt 8,5 Mio. Einwohner. Mit 72,9 Einwohner pro Quadratkilometer ist das Land relativ schwach besiedelt, wobei ein Drittel der Einwohner noch in der Landwirtschaft zuhause ist.  Honduras gilt als eines der ärmsten Länder Mittelamerikas. Die Regierung hat die Reduzierung der Armut zum Ziel. Die honduranische Volkswirtschaft ist in erster Linie eine Importökonomie. Exportiert werden Kaffee, Bananen, Ananas, Honigmelonen, Palmöl und Meeresfrüchte. Arbeit finden die Menschen zum Teil auch in der lohnveredelnden Industrie. Man ist auf der Suche nach naturnahen Tourismusangeboten. Fuchtel: „Bei der sorgfältigen Vorbereitung der Botschafterreise stießen wir auf diese Marktlücke in Honduras und zeigen jetzt Möglichkeiten auf."

Die Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich derzeit auf Bildung und Projekte im Bereich Rechtssicherheit, betont der Staatssekretär Fuchtel, der darüber hinaus auch „ganz enormen Entwicklungsbedarf auf dem Gebiet der guten Regierungsführung und für den Veränderungsbedarf sowie einen dazu notwendigen intensiven Dialog über die Menschenrechte und deren Realisierung“ sieht.

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