06.10.2016

Hilfe für zehntausende Menschen

Verladung: Helfende Hände bringen medizinische Geräte auf den Weg / Fuchtel lobt bürgerschaftliches Engagement

Hilfe für zehntausende MenschenEin Container für Burundi: Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Helfende Hände beim Verladen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (Zweiter von links). Rechts im Bild: der geschäftsführende Vorsitzende Günter Seibold aus Salzstetten.

Haiterbach / Waldachtal. Einen kompletten Schiffscontainer voller medizinischer Hilfsmittel haben Mitglieder der „Helfenden Hände“ in Oberschwandorf gefüllt. Damit werde zehntausenden Menschen in Burundi geholfen, erklärten der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und der geschäftsführende Vorsitzende Günter Seibold aus Salzstetten bei der Verladung.

„Als Mitbegründer des gemeinnützigen Vereins freut mich die Kontinuität der Arbeit und das Engagement in unserem großen Netzwerk quer durch Deutschland“, betonte Hans-Joachim Fuchtel, wobei der Schwerpunkt eindeutig im Nordschwarzwald liege. „Hier wird sichtbar, wie bürgerschaftliches Engagement in der Welt hilft, Zeichen setzt und Hoffnung für viele gibt“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete. „Die Helfenden Hände sind lange Zeit, bevor die Flüchtlingsströme Europa erreicht hatten, aufgebaut worden“, so der Politiker.

Initiativen wie diese würden gebraucht. Fuchtel: „Meine Erfahrung ist: In Deutschland gibt es unglaublich viel Know-how und Einsatzbereitschaft. Deshalb muss man die Menschen mitwirken lassen und diese wertvolle Arbeit auch von politischer Seite fördern.“ Die Helfenden Hände seien ein „lebendiges Beispiel dafür, dass es geht“, erinnerte Fuchtel daran. So habe der gemeinnützige Verein bereits die Gesundheitsstrukturen in Mauretanien aufgebaut.

Das nächste Highlight für die Vereinsmitglieder werde der Besuch von Günter Nooke am 8. Oktober bei der Mitgliederversammlung in der Pfrondorfer Mühle in Nagold sein. Denn der ehemalige DDR-Bürgerrechtler sei als Afrika-Beauftragter der Bundeskanzlerin ein exzellenter Kenner des schwarzen Kontinents. Nooke werde nicht nur die Arbeit der Helfenden Hände entsprechend würdigen, sondern auch Impulse für deren Arbeit liefern.

Hilfe für den Transport nach Afrika erfahren die Ehrenamtlichen von Engagement global, die einen Zuschuss leisten. Die zentrale Anlaufstelle arbeitet im Auftrag der Bundesregierung und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert. Mit dem Ministerium teilt Engagement Global das Ziel, mehr Bürgerinnen und Bürger für entwicklungspolitisches Engagement zu gewinnen.

Die medizinischen Geräte, die die Helfenden Hände aus Spenden zusammengetragen haben, werden in einem Krankenhaus in Kirundo eingesetzt, dessen Einsatzbereich rund 800.000 Menschen umfasst. Die acht Ärzte vor Ort haben wenig Material und eine völlig unzureichende Ausstattung, erklärte Günter Seibold. Geliefert werden Materialien, die die Bundeswehr für Notfälle eingelagert hatte und die jetzt zum Einsatz kommen. Die Bestände kämen ohne moderne Elektronik aus, weshalb die Geräte nicht so anfällig auf Stromausfälle reagierten und auch noch renovierungsfähig seien.

Ein Sattelzug bringt den Container zunächst nach Rotterdam. Nach der Schiffsüberfahrt wird er – wiederum auf dem Landweg – von Dar es Salaam nach Kirundo transportiert. Diese 3000 Kilometer lange Fahrtroute sei situationsbedingt sicherer als ein Transport auf dem Luftweg. Ein weiterer Container für ein Kinderheim in Burundi wird im November beladen.

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