19.10.2016

Fuchtel: „Willkommen im Club“

Entwicklungshilfe: Ebhausen jetzt im BMZ-Programm / Know-how-Austausch mit Philippinen / Schuler: Übernehmen Verantwortung

Fuchtel: „Willkommen im Club“Bringen gemeinsam die Partnerschaft mit den Philippinen auf den Weg (von links): der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Bürgermeister Volker Schuler und Daniela Schweikardt, zuständig für Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsprojekte der Gemeinde Ebhausen.

Ebhausen. Mit den Worten „Willkommen im Club“ begrüßte der Parlamentarische Staatssekretär und hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel Bürgermeister Volker Schuler in dessen Amtsräumen im Ebhausener Rathaus.

Der Grund war ein besonderer: Ebhausen ist in das kommunale Partnerschaftsprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) aufgenommen worden. Es ist mehr als ein Jahr her, dass der Abgeordnete im Rahmen seiner regelmäßigen Besuche der Kommunen seines Wahlkreises dem Gemeindeoberhaupt von Ebhausen das kommunale Programm für Know-how-Austausch des BMZ präsentierte. Volker Schuler sofort: „Da machen wir mit. Ebhausen übernimmt Verantwortung!“ Von da an ging es Schritt für Schritt voran, und die Aktivitäten mündeten jetzt tatsächlich in der Aufnahme ins BMZ-Programm.

Ausschlaggebend dafür war nach Ansicht von Bürgermeister Schuler, dass sich Ebhausen schon länger für Nachhaltigkeit engagiert, was der Gemeinde bereits den zweiten Preis beim Landeswettbewerb „Nachhaltige, globale Kommune“ eingebracht hat. Außerdem ist die 4.800 Einwohner zählende Kommune EAA-Gemeinde, also Träger des European Energy Award.

„Das Programm des BMZ wird sich bewähren“, ist sich Hans-Joachim Fuchtel sicher, der die Entwicklung der Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene im BMZ wesentlich nach vorne gebracht hat, „warum verwenden wir also die unter Einsatz von viel Steuergeld bei uns gemachte Erfahrung über effektive Infrastrukturen auf dem Gebiet der Gemeindeentwicklung nur für uns selbst, statt die Kosten durch Weitergabe der Erfahrungen quasi zu amortisieren?“ Dazu gehörten zum Beispiel Fragen zur Abfallwirtschaft, Forstprobleme, Tourismus oder eben auch zum Klimawandel. 

„Man hat doch überall spezielle Probleme und muss auf diese Weise nicht bei Adam und Eva anfangen“, argumentiert der Politiker, „das spart zudem Kosten und beschleunigt den Fortschritt. Das geht zudem mit persönlichen Kontakten einher, so dass das Herz auch dabei ist!“ Wenn vor Ort geholfen werde, um die Probleme dort zu lösen, dann sei das eine zusätzliche Methode, mit der individuell gestaltet werden könne.

Ebhausen ist nun die erste Gemeinde im Landkreis Calw, die diesen Weg geht. Im Landkreis Freudenstadt ist bereits die Große Kreisstadt Horb im Rahmen einer „Klima-Partnerschaft“ mit einer Region im afrikanischen Kamerun verbunden. Fuchtel: „Das Kleine, was du tust, ist viel – auch kleinere kommunale Einheiten können viel bewegen.“

Im Fall von Ebhausen bereitet man sich nun auf den Gegenbesuch des philippinischen Partners vor. Ende Oktober werden sieben Repräsentanten aus der Stadtgemeinde Lubang mit Bürgermeister Juan Sanchez an der Spitze im Nordschwarzwald erwartet. Die gleichnamige philippinische Insel sei mit ihren insgesamt 26.000 Einwohnern sehr ländlich strukturiert und passe deshalb bestens zum ländlichen geprägten Ebhausen, unterstreicht Volker Schuler.

Gemeinsam wird man einen langen Katalog durcharbeiten, Besichtigungen vor Ort vornehmen und dabei auch die Region mit einbeziehen. Danach sollen die konkreten Projekte auf den Weg gebracht werden. Fuchtel: „Finanziell wird es um kleine Summen gehen. Der Mehrwert liegt im Erfahrungsaustausch und auch im Mitmachen, dass man mit Hilfe eines Partners vorankommt.“

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