25.10.2016

Dialog mit Gewerkschaft: Fokus auf gesunde Ernährung

Schule: Staatssekretär Fuchtel und GEW-Vorsitzende Kistner tauschen sich aus / Schulsozialarbeit besonders wichtig

 

 

Dialog mit Gewerkschaft: Fokus auf gesunde Ernährung Gewerkschaft und Politik im Dialog: Angelika Kistner und der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel.

 

Calw / Freudenstadt: Auf Grund der sich veränderten familiären und sozialen Bedingungen benötigen Schülerinnen und Schüler von heute viel mehr Aufmerksamkeit. Darin sind sich der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und Angelika Kistner, die Kreisvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für Calw und Freudenstadt einig. 

 Deshalb standen unter anderem die Schulsozialarbeit, die Ernährung an den Schulen, die Lehrerversorgung und die Inklusion sowie der Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund im Mittelpunkt des Gedankenaustauschs. Die engagierte Pädagogin beobachtet: „Immer mehr Kinder kommen heute ohne Frühstück und ohne Vesper in die Schule“. Ein Umstand, der auch den CDU-Bundestagsabgeordneten sehr nachdenklich stimmt. Denn eine gesunde Ernährung ist aus seiner Sicht die Basis für gutes Lernen. Deshalb war der Politiker mit der Idee einer speziellen Gesprächsrunde auf die GEW-Vorsitzende zugegangen. Daran beteiligt werden nicht nur Lehrer und Eltern, sondern auch die Schulträger und Organisationen, die sich für gesunde Ernährung einsetzen.

„Wir müssen unbedingt versuchen, mit den Eltern den Austausch zu stärken und sie ins Boot zu holen“, betonte Kistner. Das Bild von Familie habe sich verändert, beide Elternteile stünden in einem Arbeitsverhältnis, und es gebe immer mehr Alleinerziehende. Heute beobachtet die Gewerkschafterin zunehmend, dass viele Eltern nicht mehr die Zeit und auch nicht die Kraft haben, sich aktiv und intensiv mit der Schule auszutauschen und einzubringen.

Deshalb finde sie die Überlegung des Abgeordneten gut, die gesunde Ernährung im Schulalltag wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. Sie habe gerne das Angebot zu diesem Gedankenaustausch mit der Politik angenommen, weil die CDU die einzige Partei gewesen sei, die den Dialog mit ihr nach Übernahme des GEW-Kreisvorsitzes im Herbst des letzten Jahres gesucht habe.

Die Bad Teinacherin, die sowohl im Hauptpersonalrat des Kultusministeriums vertreten ist als auch im Örtlichen Personalrat des Schulamtes Pforzheim, möchte das Bild ihres Berufsstandes in der Öffentlichkeit verbessern. Neue Reformen, zusätzliche Aufgaben, fehlende Lehrkräfte und neue Bildungspläne forderten intensiven Einsatz und Auseinandersetzung. Bildung und Erziehung seien heute beides Inhalte, welche gleichwertig im Fokus stehen. Kistner bedauert, dass es zum Beispiel in manchem Elternhaus keine gemeinsame Mahlzeit mehr gebe.

Fuchtel betonte, wie wichtig heute eine Begleitung der Kinder ist: „Die Schulsozialarbeit ist nicht mehr wegzudenken.“ Schule und Gesellschaft von heute und vor 20 Jahren hätten sich enorm verändert, waren sich die Gewerkschafterin und der Politiker einig. Die Schulleitungen bekämen immer mehr Aufgaben, so Kistner, die zeitliche Ressource für die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern werde immer weniger. „Deshalb braucht jede noch so kleine Schule einen Schulsozialarbeiter“, sagte sie.

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