06.12.2016

Botschafter an Nitus Ehrengrab

Gedenkstätte: Indiens höchster Repräsentant in Deutschland dankt für Erhalt / Fuchtel führt Singh nach Schömberg

Botschafter an Nitus Ehrengrab Blumen für Nitus Grabstätte in Schömberg (von links): Gabrielle und Fred Schröter, Joachim Zillinger, Karlheinz Bertsch, Indiens Botschafter Gurijt Singh, Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Angelika Krauß, Bürgermeister Matthias Leyn und ARD-Reporter Rainer Schildberger. Foto: Büro Fuchtel

Schömberg. Für die Menschen in Indien hat es eine ganz besondere Symbolik: Jetzt hat sogar der indische Botschafter in Berlin, Gurijt Singh, den Schömberger Friedhof besucht, um gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel Blumen am Ehrengrab von Nitindra Nuth Gunguly (Nitu) niederzulegen.

 Es war der Wunsch des hohen Diplomaten gewesen, bei seinem Besuch im Nordschwarzwald unbedingt das Grab aufzusuchen. „Wir sind sehr dankbar, dass diese Gedenkstätte in Deutschland erhalten worden ist“, sagte Gurijt Singh, der mit dieser Geste auch das Wirken der Gemeinde sowie des Heimat- und Geschichtsverein würdigte.

 

So werde die Erinnerung an das Schicksal Nitus, einziger Enkel des berühmten bengalischen Philosophen und Nobelpreisträgers Rabindranath Tagore, in Deutschland mit einem gepflegten Ehrengrab wachgehalten. Nobelpreisträger Tagore, der 1861 in Kalkutta geboren wurde und dort 1941 auch starb, habe als Dichter, Philosoph, Maler, Komponist und Musiker nicht nur in Indien, sondern weit über die Landesgrenzen hinaus Werte vermittelt, sagte Singh. Tagore gilt bis heute als engagierter Kultur- und Sozialreformer sowie Universalgelehrter.

Sein Enkel Nitu war während seiner Studienzeit in Deutschland im August 1932 zu den Fachärzten in den Nordschwarzwald gereist, weil er an Tuberkulose erkrankt war. Doch für den 21-jährigen kam jede Hilfe zu spät, denn die Krankheit war schon zu weit fortgeschritten, um ihn noch heilen zu können. Am 8. August 1932, einen Tag nach seinem Tod, wurde er auf dem Schömberger Friedhof bestattet.

Dass seine Grabstätte vor 20 Jahren geräumt werden sollte, erfuhr der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel durch Karlheinz Bertsch, heute Ehrenvorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins. Er bat den Politiker um Rat, wie man die Grabstätte als bedeutendes Kulturgut in Schömberg erhalten könne. Fuchtel wandte sich an die Tumlinger Fischerwerke, die sich dann bei den Restaurierungsarbeiten engagierten und den Erhalt des Grabmals möglich machten. Inzwischen ist Nitus Grab ein Kulturerbe, das von der Gemeinde mit Unterstützung des Vereins dauerhaft gepflegt wird.

Begleitet wurden Gurijt Singh und Hans-Joachim Fuchtel von Bürgermeister Matthias Leyn und seinem Stellvertreter Joachim Zillinger, Karlheinz Bertsch, der CDU-Vorsitzenden Angelika Krauß sowie Gabrielle und Fred Schröter.

Ehe es vom Friedhof aus ins Rathaus ging, wo sich der Botschafter noch ins Goldene Buch eintrug, überreichte ihm Ehrenbürger Karlheinz Bertsch einen Bildband der Gemeinde. Bürgermeister Matthias Leyn betonte, dass es eine Ehre für Schömberg sei, einen so hochrangigen Diplomaten in der Gemeinde begrüßen zu dürfen. Später besuchte der hohe Diplomat das Heimatmuseum in Schömberg, in dem sich Gurijt Singh vor allem für das Kurwesen ab 1900 interessierte.

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