13.01.2017

Novellierung im Interesse des Sports

Fußballplätze: Präsidenten der Sportkreise begrüßen Neuregelungen / Fuchtel: Vereinsarbeit hat wichtige soziale Funktion / Wesentliche Verlängerung der Nutzungszeiträume

Novellierung im Interesse des Sports Begrüßen die Novellierung der Lärmschutzverordnung für Sportanlagen, wie sie das Bundeskabinett beschlossen hat: der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (links) und der Calwer Sportkreis-Präsident Volker Schuler. Foto: Büro Fuchtel

Calw / Freudenstadt. Die Sportkreis-Präsidenten in den Landkreisen Calw und Freudenstadt begrüßen die Novellierung der Lärmschutzverordnung für Sportanlagen, wie sie das Bundeskabinett beschlossen hat. Über die neuen Regelungen sind Alfred Schweizer (Freudenstadt) und Volker Schuler (Calw) durch den Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel informiert worden.

„Mit der Neuregelung der Ruhezeiten wird die wohnortnahe Sportausübung gefördert“, unterstreicht der CDU-Abgeordnete, „denn Sport hat wichtige soziale, integrative und gesundheitliche Funktionen.“ An der Ausübung von Sport bestünden deshalb nicht nur private, sondern auch öffentliche Interessen. Das treffe vor allem für den Breiten- und Jugendsport zu. Dennoch seien die Grenzwerte noch deutlich unterhalb jener Marken angeordnet, wie sie beispielsweise für den Straßenverkehr gelten. Der Schutz vor erheblichen Nachteilen oder Belästigungen bleibe auch mit den neuen Grenzwerten gewahrt, so Fuchtel.

„Als Vereine haben wir es immer schwer bei der Nutzung unserer Sportgelände“, sagt Volker Schuler, „also sind wir für jede Erleichterung dankbar.“ Sport und Lärm seien ein „subjektiv geprägtes Thema“, so der Calwer Sportkreis-Präsident. Allein schon deshalb sei es von Vorteil, „wenn das Bundeskabinett unsere Aktivitäten rechtlich abdeckt“. Die Novellierung sorge vor allem für eine flexiblere Nutzung der Sportanlagen, betont der Ebhausener Bürgermeister.

Er wie auch der Freudenstädter Sportkreis-Präsident Alfred Schweizer aus Waldachtal-Lützenhardt loben das Engagement des CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel für die Vereine und den Sport im Besonderen. „Die Novellierung ist auf jeden Fall zu begrüßen“, fügt Schweizer hinzu, „auch wenn wir nicht jeden Tag mit der Problematik konfrontiert werden.“ Die Vereinsarbeit werde im ländlichen Raum sehr gut akzeptiert. Dennoch „ist es von Vorteil für uns“, wenn die Vereine nun eine deutliche Rückendeckung von Seiten der Politik erhalten. So sei auf jeden Fall ein ordentlicher Spielbetrieb auch für die zweiten Fußballmannschaften möglich, so Schweizer, deren Begegnungen in der Regel früher beginnen.

„Viele Sportvereine und alle Sportverbände haben dringend auf die Neuregelung gewartet“, betont Hans-Joachim Fuchtel. Kern der Novellierung sei, dass die Immissionsrichtwerte für die abendlichen Ruhezeiten von 20 bis 22 Uhr sowie die Ruhezeiten an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 15 Uhr an die tagsüber geltenden Werte angepasst und um fünf Dezibel erhöht werden. Die Ruhezeiten an sich würden jedoch erhalten. Dadurch werde der Zeitraum, in dem Sportanlagen ohne Überschreitung der Immissionsrichtwerte genutzt werden können, um etwa das Dreifache verlängert. Wenn eine Sportanlage bisher wegen ihrer Nähe zur Wohnbebauung beispielsweise innerhalb der abendlichen Ruhezeiten nur 40 Minuten genutzt werden konnte, so sei aufgrund der Neuregelung eine Nutzung während der gesamten zweistündigen Ruhezeit zulässig.

Zusätzlich können die Abstände zwischen Sportanlagen und heranrückender Wohnbebauung in etwa halbiert werden. Bei Anlagen, die vom Altanlagenbonus profitieren, würden sich noch deutlich geringere Abstände ergeben. Ferner werde der Sportbetrieb auf Anlagen, die bereits vor 1991 genehmigt oder zulässigerweise ohne Genehmigung errichtet und danach nicht wesentlich geändert worden seien, rechtlich besser abgesichert.

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