18.01.2017

Enderle dankt für „großartige Leistung“

Ortsumfahrung: In Loßburg wird CDU-Politiker sehr herzlich empfangen / Fuchtel: Jetzt kommt es auf die Zuarbeit an

Enderle dankt für „großartige Leistung“ Über das weitere Vorgehen in Sachen Ortsumfahrung machen sich im Loßburger Rathaus Gedanken (von links): Nadja Wegner (stellvertretende Kämmerin), Bauamtsleiter Erich Günter, Parlamentarischer Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Bürgermeister Christoph Enderle, Bürgermeister-Stellvertreter Manfred Hauser, Gemeinderat Gerhard Mäder und Hauptamtsleiter Claus Sieß.

Loßburg. Herzlicher Empfang für den Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel in Loßburg. Mit einem „Dankeschön für Ihre großartige Leistung“ begrüßte Bürgermeister Christoph Enderle den CDU-Politiker im Rathaus. 

Dabei hatte das Gemeindeoberhaupt nach eigenem Bekunden vor wenigen Wochen selber noch Zweifel gehegt, ob der Coup in Sachen Ortsumfahrung überhaupt gelingen kann. „Ich hatte, ehrlich gesagt, nicht daran geglaubt!“ verriet Christoph Enderle jetzt dem Bundestagsabgeordneten, als er ihm im Sitzungssaal die Hand drückte. Dort hatten sich nicht nur sein Bürgermeister-Stellvertreter Manfred Hauser und Gemeinderatsmitglied Gerhard Mäder zur historischen Stunde versammelt. Auch die Anwesenheit von Loßburgs Hauptamtsleiter Claus Sieß, Bauamtsleiter Erich Günter und der stellvertretenden Kämmerin Nadja Wegner unterstrich die Bedeutung dieser Gesprächsrunde, bei der das weitere Vorgehen im Mittelpunkt stand.

Hans-Joachim Fuchtel habe es verstanden, rechtzeitig die richtigen Prioritäten für die Bundesstraße 294 zu setzen und hartnäckig sein Ziel verfolgt, der Ortsumfahrung im neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 das Siegel „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ zu verleihen.

Der Parlamentarier seinerseits verwies darauf, dass es bei solchen Großprojekten nicht nur enormer politischer Erfahrung bedürfe, sondern es auch äußerst hilfreich sei, wenn alle – wie in Loßburg geschehen – an einem Strang ziehen. Mit dem Marsch über mögliche Trassenvarianten im frühen Planungsstadium, vielen Terminen in- und außerhalb Loßburgs sowie konsequenter Überzeugungsarbeit in Berlin haben wir „die Ortsumfahrung Stück für Stück auf den Weg gebracht“, plauderte Fuchtel aus dem politischen Nähkästchen, um schmunzelnd hinzuzufügen: „Loßburg hat mir schon einen Teil meines Lebens gekostet!“

Jetzt komme es „ganz auf die Zuarbeit an“, betonte der Abgeordnete, der den Loßburgern riet, den Kontakt zum Regierungspräsidium Karlsruhe, wo die Planungsfäden zusammenlaufen, weiter zu vertiefen. „Das nachhaltige Interesse seitens des Gemeinderats muss stets sichtbar sein, und wir müssen für alle Eventualitäten Lösungen im Köcher haben.“ Ganz wichtig sei das Einvernehmen mit den Bürgern.

Bürgermeister Christoph Enderle nahm ihm die Sorge, dass irgendwo noch ein Stolperstein liegt: „Wir können loslegen, denn wir haben auf Ihr Anraten hin ja schon weit vorausgeplant.“ Außerdem sei der Leidensdruck in der vom Durchgangsverkehr geplagten Bevölkerung so groß, dass er sich der Unterstützung durch die Bürger sicher sei. Auch was die Firma ARBURG als wichtigste Wirtschaftskraft der Gemeinde anbelangt, wisse man im Ort, dass deren Auslandstöchter verkehrstechnisch besser angebunden seien als die Zentrale.

Das Vorausplanen verschaffe den Loßburgern in der Tat einen enormen Vorsprung, ist Fuchtel überzeugt, denn „wer immer eine Stufe schneller ist“, der könnte womöglich sogar an dem einen oder anderen Projektplaner vorbeiziehen. Hilfreich sei auf jeden Fall, in zwei Jahren ein „planfeststellungsfähiges Projekt“ zu präsentieren.  Der Abgeordnete lobte die Loßburger für ihren Weitblick, dass man sich bereits über den Lärm- und Umweltschutz Gedanken macht.

Nichtsdestotrotz rate er dem Gemeinderat heute schon, sich auch über den Eröffnungstag der neuen Umgehungsstraße hinaus intensiv mit der städtebaulichen Zukunft Loßburgs zu beschäftigen. „Wir brauchen ein Alleinstellungsmerkmal, damit die Touristen nach wie vor in den Ort kommen“, riet Fuchtel. Zunächst jedoch „nehme ich Ihre Gemeinde von der Liste der größten Sorgenkinder mit Rundum- Betreuungsbedarf in meinem Wahlkreis.“

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