26.01.2017

Baustellen gibt es genug

Zukunftsplanung: Fuchtel im Gespräch mit Pfaff / Alpirsbach braucht Gewerbeflächen / Jetzt gutes Gesprächsklima

Baustellen gibt es genug Eintrag ins Goldene Buch (von links): Stadtbaumeister Bernd Hettich, CDU-Vorsitzende Maria Klink, Parlamentarischer Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und Bürgermeister Michael Pfaff im Alpirsbacher Rathaus.

Alpirsbach. Wenn Alpirsbach 2019 die Verleihung der Stadtrechte durch König Karl von Württemberg vor 150 Jahren feiert, dann wird die altehrwürdige Klosterstadt fein herausgeputzt. Noch feiner wäre es allerdings, wenn bis dahin auch das historische Rathaus aus dem 16. Jahrhundert auf Vordermann gebracht werden könnte.

 Das ist jedoch nicht das einzige Projekt, dass sich Bürgermeister Michael Pfaff, gerade mal ein dreiviertel Jahr im Amt, auf die Fahnen geschrieben hat, erfährt der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel im Amtszimmer des neuen Rathauschefs. Eigentlich gibt es drei Großbaustellen, sagt Pfaff. „In Alpirsbach ist in den letzten Jahren die Gewerbeansiedlung nicht im notwendigen Maß vorangekommen, der Breitbandausbau ist noch immer nicht abgeschlossen und die Verkehrsanbindung auf der Höhe muss verbessert werden“, zählt er seine Sorgenkinder auf.

Hoffnungsfroh macht ihn die Stimmung im Gemeinderat, der endlich wieder gemeinsame Ziele formuliere. Der CDU-Politiker Hans-Joachim Fuchtel wurde bei dem mehrstündigen Arbeitsbesuch von der Alpirsbacher CDU-Vorsitzenden Maria Klink begleitet.

Die Verwaltung braucht dringend Gewerbeflächen. Die weitere Entwicklung Alpirsbachs werde sich wegen der Talenge wohl rund um Peterzell abspielen müssen, wo sich jedoch ein verkehrstechnisches Problem auftut. Der Dunninger Autobahnzubringer bringe enormen Mehrverkehr, so Pfaff, eine neue Loßburger Ortsumfahrung werde die Situation noch verschärfen. Ein stationärer Blitzer soll die Raser in die Schranken verweisen.

Mit dem Thema Nahversorgung für Peterzell rennt Pfaff bei seinem Gesprächspartner offene Türen ein, trifft er doch auf einen erfahrenen Politiker mit kommunaler Bindung, auf dessen Initiative die erste Nahversorgungskonferenz im Kreis Calw umgesetzt wurde. Eine solche Veranstaltung könne er sich auch in der Region Freudenstadt vorstellen, betonte Fuchtel. 

Pfaff denkt über die Ansiedlung einer Tankstelle auf der Höhe nach, die weitere Investitionen in die Nahversorgung, wie zum Beispiel Bäcker oder Metzger, nach sich ziehen soll. Was die Finanzierung solcher Projekte anbelangt, laste noch auf den Kommunen, dass sie im ländlichen Raum in der Vergangenheit von der ehemaligen grün-roten Landesregierung leider im Stich gelassen worden seien.

Fuchtel berichtete von seinen Breitband-Konferenzen, mit denen er für den Nordschwarzwald einiges bewegen konnte. Mit Bedauern erinnerte der Abgeordnete an seine in vielen Arbeitsstunden entwickelte Initiative, die Kabeltröge entlang der Bahnlinie für die Breitbandversorgung zu öffnen, welche nicht zum Ziel gekommen sei, obwohl die Bahn bereits ihre Zustimmung signalisiert gehabt habe. „Nur mit großen Anstrengungen nähern wir uns jetzt dem Ziel, Loßburg und Alpirsbach gemeinsam an das schnelle Internet anzukoppeln“, bedauerte auch Paff. Probleme bei der Kabelverlegung bereite vor allem der Untergrund aus Kalksandstein.

In Alpirsbach gibt es einen Sanierungsstau, von dem auch das Rathaus betroffen ist, das dringend neue Versorgungsleitungen benötigt, „damit wir in zwei Jahren überhaupt noch telefonieren können“. Der Gemeinderat habe nicht mal eine ausreichende Mikrofonanlage und aus brandschutztechnischen Gründen kann der Sitzungssaal momentan nicht genutzt werden.

Stadtbaumeister Bernd Hettich verwies auf die Notwendigkeit eines Grundlagenkonzepts, denn „wir müssen wissen, wo wir hinwollen.“ Zugleich lobte Hettich den Bund für den Bürokratieabbau beim Denkmalschutz: „Heute reicht ein DIN-A4-Blatt für den Zuschussantrag aus.“ Mit einem Grundlagenkonzept werde die Voraussetzung dafür geschaffen, „dass wir jederzeit loslegen können“, ergänzte der Bürgermeister. Für die Sanierung des historischen Rathauses soll der Heimatverein in die Planungen eingebunden werden.

Fuchtel möchte versuchen, wie bei der Glashütte Buhlbach nochmals den CDU-Haushaltspolitiker Rüdiger Kruse in den Kreis Freudenstadt zu holen.

 


 

„Herzliche Grüße aus Berlin und alles Gute dieser liebenswerten Stadt.“

 

Mit diesen Worten hat sich der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel in das Goldene Buch der Stadt Alpirsbach eingetragen.

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