31.01.2017

Gemeinde schon Vorarbeit geleistet

Verkehrsplanung: Fuchtel lässt Finanzierung Kreisverkehr mit Eisenbahn-Kombination prüfen / Gespräch mit Bürgermeister

Gemeinde schon Vorarbeit geleistet Studieren die Pläne für die Neugestaltung der Bundesstraße 462 in Baiersbronn: der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (links) und Bürgermeister Michael Ruf.

Baiersbronn. Kreisverkehr statt Bahnübergang: So außergewöhnlich sich dieser Vorschlag für die Durchgangsstraße in Baiersbronn auf den ersten Blick auch anhört, ganz neu ist diese Idee nicht. In Baden-Württemberg, berichtet Bürgermeister Michael Ruf dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel vor Ort, wäre das nicht die erste Bahnstrecke, die mitten durch einen Kreisverkehr verläuft.

Die Suche nach Lösungen für das Verkehrsaufkommen im Unterdorf der Tourismusgemeinde stand wieder einmal im Mittelpunkt dieses Gesprächs zwischen dem Rathauschef und dem CDU-Bundestagsabgeordneten. Dabei geht es um die Strecke von der Bundesstraße (B 462) oberhalb der Firma Schindele (Boxenstop) bis zur Gabelung Richtung Mitteltal und Tonbach. Am weitesten vorangeschritten sei die Planfeststellung für den Bahnübergang bei der Firma Schindele, machte Ruf deutlich; hier würden die Pläne beim Regierungspräsidium vorliegen.

Unklar sei die Umgestaltung der Bundesstraße im Zuge der Unterdorfsanierung; hier müsse man sich erst noch darüber im Klaren werden, ob ein Kreisverkehr auf dem jetzigen Bahnübergang am Ortseingang gewollt und machbar ist oder nicht. Ruf formulierte das Ziel, wonach 2025 im Zuge der Gartenschau mit Freudenstadt eine Lösung abgeschlossen sein sollte. „Nur dann können wir auch den Zweck der Gartenschau erreichen“, machte der Bürgermeister deutlich.

Noch nicht abschließend beantwortet sei die Frage, ob ein Kreisel den Verkehr im Unterdorf tatsächlich schneller abfließen lasse. Letztendlich wäre die Lösung optisch eleganter, weil ein Brückenbauwerk über die Bahnstraße eine Höhe von 14 Meter haben müsste und das Tal entsprechend durchschneiden würde.

Der Rathauschef erläuterte dem Abgeordneten auch, wie die B 462 in ihrem weiteren Verlauf durch den Ort gestaltet werden soll. Man kläre, ob die beiden Fahrbahnhälften durch Bepflanzung im Mittelstreifen besser gestaltet werden können und ob weitere Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung erfolgen können. Durch Grünanlagen soll zudem die Aufenthaltsqualität im Unterdorf erhöht werden. Die Umgestaltung, im Zuge derer auch der Hochwasserschutz verbessert werden soll, würde mit rund fünf Millionen Euro zu Buche schlagen.

Das Ziel sei, im Jahr 2018 mit der Neugestaltung der Straße zu beginnen, informierte Ruf. Davon erhoffe sich die Gemeinde auch einen Impuls zur Sanierung von Privateigentum und Geschäftshäusern.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete sicherte zu, die Übernahme der Kosten für eine eventuelle kombinierte Lösung in Berlin prüfen zu lassen. Ein Vorteil sei, so Fuchtel, dass die Gemeinde in der Vergangenheit nicht untätig gewesen sei und den Planungsprozess bereits eingeleitet habe. Bei der Neugestaltung der Durchgangsstraße sei das Regierungspräsidium in Karlsruhe als planende Instanz gefragt. Hier gelte es, so Fuchtel, das bestmögliche Zusammenspiel zu erzeugen, beispielsweise über eine Sonderplanungsgruppe, die wegen der Zahl der Beteiligten das Projekt am Runden Tisch bis ins Detail abwägen würde. Es wäre sehr reizvoll, gab sich auch der Parlamentarier überzeugt, wenn die Gunst der Stunde in Abstimmung mit der Gartenschau-Planung genutzt werden könnte.

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