07.02.2017

Zwischen Weißwurst und Kirschtorte

Bundestagswahl: CDU-Kreisverbände Calw und Freudenstadt mobilisieren ihre Kräfte / Große Geschlossenheit / Fuchtel: Mit Konzepten gegen Populismus

Zwischen Weißwurst und Kirschtorte Breit und modern aufgestellt: die CDU-Repräsentanten aus den Landkreisen Calw und Freudenstadt trafen sich in Pfalzgrafenweiler mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (vordere Reihe Dritter von links) sowie den beiden Landtagsabgeordneten Thomas Blenke und Norbert Beck.

Freudenstadt / Calw. Die CDU im Nordschwarzwald zieht geschlossen in den Bundestagswahlkampf 2017. Das wurde bei der gemeinsamen Sitzung der Kreisverbände Freudenstadt und Calw in Pfalzgrafenweiler deutlich. Der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel: „Wir stellen uns so auf, dass wir die Herausforderung meistern werden."

 Mit 50 Vertretern der örtlichen Basis waren alle Vorsitzenden des Wahlkreises anwesend und stärkten ihrem Kandidaten den Rücken. „Mit allen Ebenen der CDU werden wir in diesen Wahlkampf gehen", unterstrichen die Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Thomas Blenke (Calw) und Norbert Beck (Freudenstadt) zwischen Weißwurst-Frühstück und Schwarzwälder Kirschtorte.

Dazwischen lagen einige Stunden intensiver Beratung mit der Parteibasis. Der Kandidat, bisheriger Abgeordneter und seit sieben Jahren erfolgreich tätiger Staatssekretär: „Wir werden zeigen, dass wir zu einem sehr hohen Aktivierungsgrad fähig sind. Denn es geht um viel. Was über Jahrzehnte zum Wohle des Landes aufgebaut wurde, muss gesichert und weiterentwickelt werden."

Blenke und Beck kündigten an: „Wir wollen einen Wahlkampf der Argumente. Ab sofort werden plumpe Angriffe auf Personen und populistisches Geschwätz politische Reaktionen erhalten. Wir fordern von Mitbewerbern inhaltliche Diskussionen ein.“ Insbesondere verlangten sie, dass politische Leistung anerkannt wird. Daran messe sich nämlich politische Kultur.

Hans-Joachim Fuchtel werde nicht umsonst "Unser Gewicht in Berlin" genannt. Seine große Erfahrung, der enorme Einsatz und sein Mut zu neuen Impulsen nutze der Region, erklärten mehrere Sprecher aus dem Kreis der Kommunalpolitiker. Über seine Bürgernähe berichteten Vertreter der Jungen Union (JU), die den Politikprofi seit Jahren zu seinen Bürgersprechstunden begleiten. Patrick Speiser, JU-Vorsitzender aus dem Kreis Freudenstadt: „Wer das hautnah miterlebt, weiß, warum dieser Politiker quer durch die Generationen so hohes Vertrauen genießt". Und dies sind 58,5 Prozent aller Stimmen in 2013 gewesen, ergänzte der stellvertretende CDU-Vorsitzende aus Freudenstadt, Andreas Züfle: „Immerhin das siebtbeste Ergebnis aller CDU-Abgeordneten in Deutschland."

Erste Konturen möglicher Programminhalte zeichneten sich bei dieser Zusammenkunft bereits ab. Blenke sprach von klaren Aussagen zur Rolle des Staates in dieser Zeit, „weil wir Vertrauen in unseren Rechtsstaat brauchen.“ Die Schöntaler Erklärung der christdemokratischen Mandats- und Funktionsträger sei mit ihren eindeutigen Aussagen zur Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik ideale Arbeitsgrundlage für den Wahlkampf. „Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Toleranz ausgenutzt wird, um unsere freiheitliche Gesellschaft zu gefährden“, so Blenke.

Norbert Beck griff die jüngste Veröffentlichung aus dem Berliner Umweltministerium unter der Überschrift "Neue Bauernregeln" auf. Unter großem Beifall sagte er: „Unsere Landwirte brauchen echte Unterstützung. Wir lassen nicht zu, dass man sie auf diese Weise sogar noch lächerlich macht." Ins selbe Horn blies Kreisrätin Juliane Vees.

Die Gastronomie wolle man bei den Veränderungen von Tagesarbeitszeiten zu Stundenbudgets pro Woche unterstützen, ergab die weitere Diskussion. „Insgesamt wird unser Augenmerk der besonderen Beachtung der Belange des ländlichen Raumes auf allen Gebieten der Infrastruktur gelten", hob der Kandidat selbst hervor. Hier könne sich die bisher erreichte Bilanz sehen lassen, stellte der Staatssekretär unter dem Beifall seiner Parteifreunde fest.

Einig war man sich, dass die Politik in dieser Zeit genau hinhören muss, was die Menschen sagen. Für viele sei der Umgang mit der rasanten gesellschaftlichen Entwicklung in Zeiten von Digitalisierung und Industrie 4.0 nicht einfach, betonte Fuchtel. Ein Feld, wo es „sehr intensiver Gespräche" bedürfe. Umso deutlicher müssten die Unterschiede zwischen den politischen Lagern herausgearbeitet werden. Es könne nicht angehen, dass die Union die Kastanien aus dem Feuer hole, während andere die Neiddebatten befeuerten.

Die Union sehe in der Europäischen Union keine Alternative, grenzte Fuchtel seine Politik zu den populistischen Bestrebungen ab, „angesichts der Geschehnisse in der Welt müsse Europa dringender denn je zusammengehalten werden und selbstbewusst auftreten.“

"Nach diesem gelungenen Aufschlag werden wir in den nächsten Wochen den Wahlkampf inhaltlich und organisatorisch detailliert an der Basis vorbereiten und auf einem für alle Mitglieder offenen Seminar besprechen“, erklärten die beiden Kreisvorsitzenden, „denn wir wollen in voller Breite in den Wahlkampf gehen." Wer die CDU unterstützen könne und wolle, sei zur Mitarbeit eingeladen.

 


 

Das Wahlkampfseminar der beiden CDU-Kreisverbände Freudenstadt und Calw findet von Freitag, 12. Mai, 18 Uhr, bis Samstag, 13. Mai, 13.30 Uhr im DEKRA Congresshotel Wart statt. Bei der Veranstaltung, an der auch Interessenten mitwirken können, machen sich die CDU-Mitglieder fit für den Wahlkampf 2017. Dabei wird auch die Frage diskutiert, wie die Christdemokraten in Zeiten von Polemik und Populismus mit ihren Werten Haltung zeigen können. Konkret werden Veranstaltungen und Aktionen für das Wahljahr geplant. Es wird ein Unkostenbeitrag erhoben. Anmeldungen sind bei den CDU-Kreisgeschäftsstellen in Calw unter Telefon 07053-6309 oder in Freudenstadt unter Telefon 07441-81348 möglich.

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