08.02.2017

Wesentlich weniger neue Flüchtlinge

CDU: Sehr gut besuchter Empfang / Staatssekretär Fuchtel zur Flüchtlingsfrage / Educare erhält Spende / Lob an Gemeinde

Wesentlich weniger neue Flüchtlinge Raum für eine engagierte Diskussion gab es für die Mitglieder und Gäste der CDU Ebhausen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (links), hier zusammen mit dem Vorsitzenden Hans Barucha. Foto: Rau

Ebhausen. Einen besseren Ort hätte die CDU für ihren Empfang nicht wählen können, engagiert sich die Gemeinde Ebhausen doch seit geraumer Zeit in einem Entwicklungsprojekt. Und das passe hervorragend zum Vortrag des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel, fand der CDU-Vorsitzende Hans Barucha, der sich über die mehr als 80 Gäste in Ebershardt freute.

Bevor der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel unter dem Titel „Fluchtursachen bekämpfen – welche Maßnahmen helfen nachhaltig“ mit präzisen Fakten auf eine ausführliche Diskussion einstimmte, hieß Ortsvorsteher Jochen Hammann die Teilnehmer willkommen. Auch hatten die Repräsentanten von Fundraising educare die Möglichkeit, ihre Organisation vorzustellen. Die Nichtregierungsorganisation erhielt eine Spende. Fuchtel lobte die Gemeinde für ihr „vorbildliches Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit“ sowohl vor Ort als auch im internationalen Einsatz auf einer Insel der Philippinen.

Der Staatssekretär gab Hinweise auf 15 neue oder wieder aufgeflammte Konflikte in der Welt. Neben Krieg oder religiösem Fanatismus seien es oft die Hunger- und Naturkatastrophen, bittere Armut, die Hoffnung auf ein besseres Leben sowie die immer stärkere Erderwärmung an manchen Stellen der Erde, die die Menschen zur Flucht trieben.

Die deutsche Entwicklungshilfe setze bei den Fluchtgründen an, helfe aber auch bei akuter Not. Der Etat dafür sei in den letzten drei Jahren stark gewachsen. „Unser größtes Bestreben ist, Ursachen zu bekämpfen und dafür zu sorgen, dass die Menschen in ihrer Heimat oder ihrer Region bleiben können, wo die eingesetzten Mittel die 20- bis 30-fache Wirkung erzielen“, betonte Fuchtel. Es gelte, beim Aufbau „sogenannter guter Regierungsführung“ zu helfen, um Wirtschaft, Bildung und Ausbildung wie auch die gesundheitliche Grundversorgung zu verbessern.

„Wir müssen weltweit sichtbar mehr in Energieprojekte investieren, um die Erderwärmung bis Ende dieses Jahrhunderts unter zwei Grad zu halten, damit es wegen des Klimawandels nicht zu fürchterlichen Szenarien kommt“, nannte Fuchtel ein weiteres akutes Handlungsfeld. Es gehe um neue Technologien, die auch aus Deutschland kommen.

In der Entwicklungshilfe gehe das BMZ völlig neue Wege, etwa mit dem „Textilbündnis“, um die Menschen aus der Armut zu führen. Dazu gehöre die Strategie „cash for work“, die ihnen in Heimatnähe Arbeit gebe, damit sie dort mit ihren Familien bleiben können.

Mit Hilfe eines Marshallplans müsse Afrika in die Zukunft begleitet werden. Das sei eine unumgängliche Aufgabe für die internationale Gemeinschaft.

Die Flüchtlingszahlen seien durch verschiedenste Maßnahmen in 2016 stark zurückgegangen. Es gelte, daran entschieden weiterzuarbeiten. Fuchtel: „Eines ist sicher: Mauern helfen dabei nicht. Wir werden neben unserer Entwicklungshilfe dafür sorgen, dass die Klärung des Status der in Europa ankommenden Menschen so schnell wie möglich erfolgt.“

Die Aufnahmekapazität sei begrenzt, wenn Integration gelingen soll, betonte der Politiker in der Diskussion. Künftig werde der Aufenthalt konsequenter beendet werden, wenn es die Verhältnisse in der Heimat zulassen, teilweise verbunden mit Rückkehrhilfen.

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