30.11.2011

Werte wieder im CDU-Fokus

Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel nimmt sich für Diskussion mit Bürgern viel Zeit / Menschen zusammenführen

 

Werte wieder im CDU-Fokus Werteorientiert: der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel vor Bürgern und Parteifreunden in Ostelsheim.

Ostelsheim / Gechingen. Die Union geht zurück zu ihren Wurzeln. Deshalb rücken christliche und ethische Werte wieder stärker in den Fokus der CDU-Politik. Darauf wies der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel bei der traditionellen Schlachtplatte des CDU-Gemeindeverbandes Gechingen/Ostelsheim hin. Lebhaft diskutierten die Ostelsheimer mit dem Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Calw/Freudenstadt. Hans-Joachim Fuchtel: „Es war mal richtig lebendig wie in alten Zeiten.“ 

Die Basis wisse es zu schätzen, betonte Ortsverbandsvorsitzende Ingrid Bauer, dass sich das Mitglied der Bundesregierung trotz vollen Terminkalenders immer wieder die Zeit nehme, mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. So auch im Rössle, wo sich Fuchtel geduldig Zeit für eine mehrstündige Diskussion nahm. „Der richtige Weg ist, die Menschen wieder stärker zusammenzuführen“, sagte der Parlamentarier, der davor warnte, aktuelle politische Strömungen wie die Piraten-Partei auf die leichte Schulter zu nehmen. Fuchtel: „Politik ohne politische Inhalte muss unbedingt hinterfragt werden!“

Christdemokraten werden stärker auf werteorientierte Politik setzen, betonte der Staatssekretär. Damit sei die CDU auf dem richtigen Weg, denn „die Menschen fragen wieder nach diesen Werten.“ Auch die Bundeskanzlerin habe sich klar dazu bekannt, berichtete der Staatssekretär vom Bundesparteitag in Leipzig. Fuchtel sprach sich gegen eine staatlich verordnete Lohnuntergrenze aus, wohl aber für realitätsnahe Lösungen, die die Tarifpartner festlegten. Und wer sein ganzes Leben arbeite, der müsse auch im Alter für sich genug zum Leben haben: „Alles andere wäre unchristlich.“

Bei der Währungsproblematik in Europa habe die Kanzlerin „die Nerven behalten“, so der Politiker, „es war richtig, dass sie in Cannes auf den Tisch gehauen hat.“ Fuchtel: „Wir müssen dafür sorgen, dass Europa zusammenhält und der Euro uns erhalten bleibt.“ Das würden auch die internationalen Medien zunehmend erkennen, die sich größtenteils die Argumentation der Kanzlerin zu Eigen machten. Unter ihrer politischen Führung sei die Zahl der Arbeitslosen bereits mehr als halbiert worden. Ausdrücklich lobte Fuchtel die Tarifparteien, die einen großen Anteil daran hätten.

Deutlich ausgeprägt sei der Wille zum Sparen, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, dessen Haushalt vom Entwurf für 2009 in zwei Jahren von 143,2 auf 126 Milliarden Euro heruntergefahren wurde. „Das wäre in einer Koalition mit der SPD so nicht gelaufen“, ist Fuchtel überzeugt. Auch nach dieser Absenkung gelte Deutschland auf der ganzen Welt als vorbildlicher Sozialstaat.

„Alles, was weg ist, kommt so schnell nicht wieder“, warnte der Bundestagsabgeordnete davor, die demografische Entwicklung nicht ernst zu nehmen. Sie werde sich im ländlichen Raum bis auf den Personennahverkehr und den Bestand der Schulen auswirken. Zum Fachkräftemangel sagte Fuchtel: „Wenn wir es nicht schaffen, unsere Potenziale zu nutzen und die Integration zu fördern, ist unser Wohlstand kaum zu halten.“

Die von der christlich-liberalen Bundesregierung eingeleitete Energiewende diene der Bewahrung der Schöpfung. Viele Anregungen habe er bei seiner Energietour durch den Nordschwarzwald gesammelt, so Fuchtel. Die Energiepolitik war auch das Thema der ausführlichen Diskussion, die sich ebenso um den eingeleiteten Schuldenabbau, die Finanz-, Bildungs- und Integrationspolitik sowie um die Führungsrolle in Europa drehte, die Deutschland endlich wieder dank Merkel übernommen habe.

[Druckversion]