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   21.07.2010

Loßburg treibt Planung voran
Zweites verkehrspolitisches Gespräch mit Staatssekretär Fuchtel / Umfahrung wird konkreter / Lösungsvorschlag mit Teilstücken

Im April 2009 hatte sich die Loßburger Verwaltungsspitze an den Bundestagsabgeordneten gewandt, um diesen um Fachwissen und Unterstützung bei der Planung einer Umgehungsstraße zu bitten. „Die Bürger werden ungeduldiger und der Tourismus leidet zunehmend“, erinnerte Bürgermeister Thilo Schreiber nun beim zweiten „verkehrspolitischen Gespräch“ mit dem Staatssekretär, dem Landtagsabgeordneten Norbert Beck und den Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat. Bei einem Aufkommen von bis zu 18.000 Fahrzeugen täglich – Tendenz: steigend – sei das aber auch kein Wunder. In dieser Situation sei er dem Abgeordneten für seine Unterstützung sehr dankbar. Auch Vertreter der Jungen Union brachten sich in die Diskussion ein.

Der Rathauschef erläuterte, dass man der möglichen Trasse für die Umfahrung im Osten mit K.-o.-Kriterien, Untersuchungen zu Topografie und Umweltverträglichkeit sowie in Gesprächen deutlich näher gekommen sei. „Wir haben jetzt eine sehr wirtschaftliche Lösung gefunden“, betonte Schreiber, der den Gemeinderat hinter sich weiß. Denn das Gremium sieht die Umfahrung Loßburgs als eine der wichtigsten Aufgaben für die Zukunft an.

Hans-Joachim Fuchtel hatte aus seinen Gesprächen im Regierungspräsidium mit auf den Weg in den Wahlkreis genommen, dass „man den Kopf auf jeden Fall nicht in den Sand stecken darf“, auch wenn es mit den Straßenplanungen in Horb und Freudenstadt wichtige Projekte mit besonderer Priorität gebe. Die Umgehung Loßburg sei notwendig; das wisse man auch in Karlsruhe. Es sei wichtig, eine preisgünstige Lösung ausfindig zu machen und zu taxieren. Man dürfe nicht verkennen, dass sich die Straßenbauprojekte reihenweise verteuert hätten. In Berlin habe er weitere Gespräche mit dem Ziel geführt, dass die Aufgabe Straßenbau im Nordschwarzwald auch dort auf der Tagesordnung bleibe.

Wie bekannt, hätten sich in Loßburg die politischen Kräfte lange Zeit eben nicht für eine Umfahrung stark gemacht, so Fuchtel. Das habe sich erst mit der Ära Schreiber geändert. Nun könne niemand erwarten, dass Projekte, die schon eingeleitet seien, überholt würden. Erschwerend komme der Druck auf die Schuldenbremse durch die Regierung hinzu, sagte Fuchtel. Auf der anderen Seite sehe die christlich-liberale Koalition in Investitionen auch „gute Beschäftigungsmaßnahmen“. Also müsse man etwas in der Schublade haben.

Landtagsabgeordneter Norbert Beck versprach, die Loßburger Pläne am Rande der nächsten Plenarsitzung mit Verkehrsministerin Tanja Gönner zu diskutieren. Darüber hinaus sei die Einigkeit im Ort außerordentlich wichtig. Ohne das „Bohren dicker Bretter“ werde es kein Ergebnis für Loßburg geben.

Projektplaner Jochen Bernhardt wies auf den Vorteil der jetzigen Lösung hin: die Umfahrung könnte in Abschnitten realisiert werden, was ein Pluspunkt im Genehmigungsverfahren sein könne. Er habe nun eine Lösung im Köcher, die finanziell und auch planerisch machbar sei, auch wenn nach den Worten Hans-Joachim Fuchtels noch die eine oder andere Verfeinerung notwendig sei. Durch den Rückbau alter Straßenzüge werde der Naturschutz mit der rund 350 Meter Abstand zum Ort geplanten Trasse ausreichend berücksichtigt. Sogar eine mögliche Erweiterung der Firma Arburg habe man ins Kalkül gezogen.

Verkehrsdebatte im KinzigHaus (von links): Landtagsabgeordneter Norbert Beck, Bundestagsabgeordneter Hans-Joachim Fuchtel und Loßburgs Bürgermeister Thilo Schreiber.



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