15.03.2018

Schwarzwälder Ideenmotor weiter gefragt

Wechsel: Julia Klöckner vereidigt Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel / Müller lässt erfahrenen Haushälter ungern ziehen / In allen Verwendungen stets Bezug zur Landwirtschaft

Nordschwarzwald / Berlin: Dieser Ruf eilt dem CDU-Politiker Hans-Joachim Fuchtel immer wieder an seine Wirkungsstätten voraus: „Er findet überall Haushaltsreste“, schmunzelte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in Berlin, dem jeweiligen Ministerium schade das keinesfalls. Selber noch ganz frisch im Amt vereidigte die Rheinland-Pfälzerin den Bundestagsabgeordneten aus dem Nordschwarzwald auf sein neues Amt als Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL. 

Damit ist seit einem Vierteljahrhundert wieder ein Baden-Württemberger im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Fuchtels dritte Station als Mitglied der Bundesregierung. Dreimal in Folge, das erreichen nur wenige Abgeordnete des Bundestages. Doch der Pragmatiker Fuchtel gilt als einer der erfahrensten im deutschen Parlament, der nun ein weiteres Kapitel seiner politischen Laufbahn aufgeschlagen hat, das ihm besonders gut liegt.

Zur Aufgabe selbst hat Fuchtel durchaus auch fachlichen Bezug. Als Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) begleitete er die gesamte Agrarsozialpolitik, die einen ganz erheblichen Teil des Budgets ausmacht, und bereits in jungen Jahren zeichnete er als Berichterstatter für die Gesetzgebung der eigenständigen Absicherung der Landfrauen mitverantwortlich. Auch in seiner letzten Verwendung im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) verantwortete er auf internationaler Ebene mannigfaltige Projekte der Landwirtschaft und Ernährungssicherung.

Dass der Nordschwarzwälder aus dem ländlichen Raum stamme, sei deshalb gut, betonte die Ministerin, weil der ländliche Raum in eben diesem BMEL angesiedelt ist. Für Julia Klöckner war der Wachwechsel ein „sehr menschlicher Moment“. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ihr mit den neuen Staatssekretären Fuchtel und Michael Stübgen „zwei sehr liebe Kollegen“ von der Bundeskanzlerin zur Seite gestellt worden seien. Das BMEL sei das „Lebensministerium“ an sich, denn dessen Aufgaben würden alle Menschen betreffen, schließlich gehe es in der Wilhelmstraße um Ernährung, Tierwohl und die Bewahrung der Schöpfung. Ihr Vorgänger Christian Schmidt hatte in der Feierstunde bereits auf die Bedeutung dieses Ministeriums verwiesen: „Wenn man Europapolitik gestalten will, muss man ins Landwirtschaftsministerium gehen.“

Müller lässt Fuchtel ungern ziehen

Auf Fuchtels Erfahrungen als Haushälter hatten zuvor schon Ursula von der Leyen im BMAS und zuletzt Dr. Gerd Müller gesetzt. Darum ließ ihn der Chef des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auch ungern ziehen, wie er eine Stunde zuvor bei der Verabschiedung an seinem Dienstsitz in der Stresemannstraße betonte. Hier hatten sich auffallend viele Mitarbeiter und Weggefährten versammelt.

Personalratsvorsitzender Karl-Heinz Schott nannte Fuchtel einen „Schaffer“, der von keiner Dienstreise ohne eine Fülle an Ideen zurückkehre und der die Anliegen des BMZ näher zu den Menschen gebracht habe.

„Ich bin schon sehr bewegt, dass ich heute zwei Freunde verabschieden muss“, sagte Müller mit Blick auf seine bisherigen Staatssekretäre Fuchtel und Thomas Silberhorn, deren Zusammenarbeit mit ihm auf sehr großer Kollegialität basiert habe. Aber auf Hans-Joachim Fuchtel warteten „herausragende neue Aufgaben“. Seine Berufung ins BMEL spreche nicht nur für sein Ministerium, sondern auch für die Person Fuchtel, der ein Teamplayer sei und sich durch politische Kompetenz auszeichne. Unermüdlich habe er sich dafür eingesetzt, dass Entwicklungspolitik in der Gesellschaft viel stärker wahrgenommen werde. Fuchtel habe sich „auf herausragende Weise“ in die Entwicklungspolitik eingebracht, auch wenn er dabei durchaus dem einen oder anderen „auf die Zehen getreten“ sei, damit die Sache vorankomme. Dabei sei er nicht nur „Ideenmotor“, sondern auch „Umsetzer“ gewesen.

Zweiter Dienstsitz in Bonn

Was den Haushälter Fuchtel nach eigenen Worten selber ein bisschen stolz macht ist das Anwachsen des BMZ-Haushalts um satte 38 Prozent in den letzten vier Jahren. Was den Parlamentarischen Staatssekretär in seinem neuen Amt erhalten bleibt, ist die Zweiteilung. Denn wie das BMZ hat auch das BMEL einen zweiten Dienstsitz in Bonn.

Maultaschen-Startset

Dass der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel an seiner neuen Wirkungsstätte im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft als Einstand eine „Maultaschen-Party“ schmeißen kann, hat der CDU-Politiker aus dem Nordschwarzwald seinen vier Kindern Georg, Maria, Peter und Luise zu verdanken. Georg und Peter Fuchtel hatten das „64-teilige Startset“ zur Überraschung ihres Vaters gut gekühlt aus dem Wahlkreis mit nach Berlin gebracht. „Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen ruhig wissen, was sie bei einem Staatssekretär aus dem Schwarzwald in Berlin erwartet“, schmunzelte Georg Fuchtel bei der Übergabe im BMEL.

 

 

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Den Amtseid schwört der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, als Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ihm die von der Bundeskanzlerin und dem Bundespräsidenten unterzeichnete Ernennungsurkunde überreicht.

 

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Verabschiedet einen Freund: Entwicklungshilfeminister Dr. Gerd Müller lässt seinen Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel nur ungern ziehen.

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