20.07.2018

Sammlung soll feste Bleibe erhalten

Kulturgut: Ilselore Wiedmann stellt Hans-Joachim Fuchtel Idee einer Dauerausstellung vor

Nagold (k-w). Bislang fristete sie eher ein kaum beachtetes Dasein, die geologische Sammlung zweier Lehrer am Otto-Hahn-Gymnasium. Das soll sich nach den Vorstellungen von Ilselore Wiedmann bald ändern. Ihre Idee einer Ausstellung im Nagolder Stadtzentrum hat die frühere Gymnasiallehrerin jetzt dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel vorgestellt.

„Die Sammlung ist so bedeutend, dass sie eine Würdigung verdient“, sagte die Pädagogin, die den Bundestagsabgeordneten bei der Suche nach einem geeigneten Standort um Hilfe bat. Es käme einem Frevel gleich, die bis zu acht gut gefüllten Glasvitrinen irgendwo in der Versenkung verschwinden zu lassen.

„Die beiden hochverdienten Pädagogen Gittinger und Köpf“, so die examinierte Geologin, hätten jeder für sich verschiedene Gesteinsarten im früheren Aufbaugymnasium zusammengetragen. Später zogen sie mit ins Otto-Hahn-Gymnasium um. Ihre Familien haben nach dem Tod der beiden Sammler die teilweise wertvollen Exponate der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. In der hochkarätigen Sammlung befänden sich sogar Stücke aus Israel, hat die Gymnasiallehrerin festgestellt.

Ilselore Wiedmann plant, aus dem Kulturgut ein aktives Museum zu gestalten, in dem zum Beispiel Schulklassen die verschiedenen Gesteinsarten be- und ergreifen können. Sie selber hat 38 Jahre Deutsch, Erdkunde und Geologie unterrichtet und weiß, wie wichtig das Vermitteln haptischer Fähigkeiten an junge Leute ist. Diese würden sich heute größtenteils nur noch mit der Tastatur ihres Handys auskennen.

Für Nagold wäre eine solche öffentliche Dauerausstellung, die durch weitere Materialien aus der Region oder auch durch die Darstellung handwerklicher Arbeiten ergänzt werden könnte, ein Alleinstellungsmerkmal, ist sich die Pädagogin sicher. Dem Bundestagsabgeordneten überreichte die Geologin einen selbst geschlagenen Ammoniten in Anerkennung seiner politischen Arbeit für den Nordschwarzwald. Den Fossilien-Steckbrief aus grauer Vorzeit verzierte sie auf der Rückseite mit einer Weisheit des Schriftstellers und Schauspielers Frank Wedekind: „Glück ist, seinen Anlagen gemäß gebraucht zu werden.“

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Den Posidonienschiefer mit einem Ammoniten hat Ilselore Wiedmann für den Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel selbst geschlagen. (Foto: Klein-Wiele)

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