21.08.2018

Politik für ländlichen Raum verbindet

Landwirtschaft: Norddeutsche Expertenrunde informiert sich in Altheim und Beuren

Horb-Altheim / Simmersfeld-Beuren (k-w). Wenn es um die Stärkung des ländlichen Raumes und die Zukunft der bäuerlichen Betriebe geht, sind die Fragestellungen in hohen Norden durchaus ähnlich zu denen im Schwarzwald. Darin sind sich die Experten einig, die sich auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel praxisnah in Altheim und Beuren trafen.

Als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hatte der Politiker ein Fachgespräch in seinem Altensteiger Abgeordnetenbüro initiiert. Die Begegnung zwischen Niedersachsen und Schwaben diente nicht nur der gegenseitigen Information, sondern auch dem Verständnis untereinander. Die Höfe der beiden Kreisobmänner Gerhard Fassnacht und Friedrich Großhans zeigten sich als geeignete Anschauungsobjekte für die praktische Erörterung.

“Früher waren für uns im Süden die riesigen Anbauflächen und Stallungen der Kollegen im Norden gar nicht vorstellbar“, betonte der Freudenstädter Kreisobmann Gerhard Fassnacht, als er die Delegation in Altheim begrüßte. Auch sein Pendant im Landkreis Calw, Kreisobmann Friedrich Großhans aus Beuren, gewann der Zusammenkunft mit der Kommission auf seinem Hof „viele fachlich interessante Aspekte“ ab, die in die Diskussion um die Zukunft der Landwirtschaft einfließen werden.

Für Hans-Joachim Fuchtel sind „Begegnungen wie diese wichtige Bausteine für das gegenseitige Verständnis, gerade auch in Zeiten der bevorstehenden Entscheidungen über die europäische Agrarpolitik.“ Zudem müsse das großartige Sachwissen der Praktiker in die Entscheidungen einfließen – so jedenfalls verstehe er basisnahe Politik. Auch hatten die Teilnehmer endlich die Chance, an Beispielen zu berichten, wie sie sich von Bürokratie gegängelt fühlten.

Dazu dienten im Anschluss an das sechsstündige Fachgespräch in Altensteig die Exkursionen zu den Familienbetrieben. Dabei standen Fragen zu Tierhaltung oder Genossenschaftswesen ebenso im Mittelpunkt wie der Einsatz modernster Roboter-Technologie im Stall. Die beiden Kreisobmänner gaben gerne ihre Einschätzung und Erfahrung mit moderner Tierhaltung und Ackerbau an die Gäste aus dem Norden weiter. „So lernt man automatisch die Interessen der jeweils anderen Seite kennen“, lobte Fuchtel die Diskussionsfreude, „das kann zu mehr gemeinsamem Denken zwischen Norden und Süden führen.“

Mit im Boot der ganztägigen Veranstaltung waren der ostfriesische Landwirt und stellvertretende Bürgermeister Roelf Odens aus Krumhörn sowie Fleischermeister Enno Appelhagen, Inhaber der gleichnamigen Spezialitäten-Fleischerei in der Stadt Norden und Betreiber eines Schlachthofes. Professor Dr. Eberhard Haunhorst, Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, und der selbstständige Gutachter Hermann Birnkammer, langjähriger, agrarpolitischer Mitarbeiter der Universität Hohenheim, ergänzten die Expertenrunde, die auch vor kritischen Fragen nicht Halt machte.

Persönlichen Kontakt zu Enno Appelhagen pflegt Hans-Joachim Fuchtel bereits seit vielen Jahren, sorgt der Unternehmer als Initiator doch mit einer jährlichen Großveranstaltung im Berliner Parlamentsrestaurant für eine deutlich bessere Wahrnehmung der Landwirtschaft und ihrer Vermarkter. „Wir beide sind überzeugt: Der ländliche Raum als Kraftzentrum für lebendige Städte und Regionen wird unbedingt gebraucht“, unterstrich Fuchtel.

Nach anderen dienstlichen Verpflichtungen stieß in Altheim zu vorgerückter Stunde noch Oberbürgermeister Peter Rosenberger zu der Expertenrunde hinzu, um die Gäste aus dem Norden in Horb zu begrüßen. Die Niedersachsen freuten sich derweil über die Nachricht, dass der schwäbische Landwirt Gerhard Fassnacht ausgerechnet mit der Holstein-Kuh „Hazia“ in Oldenburg zwei Schönheitswettbewerbe gewonnen hat. Die erfolgreiche Lieblingskuh hat er auf seinem Hofschild malerisch verewigen lassen.

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Vor dem Bildnis der schönen Hazia vom Hof Fassnacht postierten sich (von links): Hermann Birnkammer, Roelf Odens, Professor Dr. Eberhard Haunhorst, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Enno Appelhagen, Gerhard Fassnacht, Iris Follak, Ulrike Fassnacht sowie Sabine und Friedrich Großhans. (Foto: Klein-Wiele)

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