06.09.2018

Mit Ideen zum Geschäftserfolg

Wirtschaft: Fuchtel bei Patrick und Falko Borkhart / Die Brüder setzen jährlich 29 Millionen Euro um

Nagold (k-w). Dass man sich mit der richtigen Idee auch als Jungunternehmer erfolgreich am Markt etablieren kann, dafür fand der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel in Nagold ein gutes Beispiel – und das in dreifacher Ausführung.

Die Brüder Patrick und Falko Borkhart setzen inzwischen mit ihren Unternehmen Radzentrum Nagold, Skytech Europe GmbH und Greendonkey 29 Millionen Euro um. Und sie haben 35 Arbeitsplätze geschaffen. Das entstand aus dem Nichts, denn aufgebaut haben sie ihre Firmengruppe aus eigener Kraft und ohne Kredite von der Bank.

Dringend suchen sie für den weiteren Ausbau Fachkräfte, denn „das Servicelevel ist in unserer Meisterwerkstatt sehr hoch““, sagt Falko Borkhart, als er und sein Bruder dem Bundestagsabgeordneten gegenübersitzen. Doch die Suche gestaltet sich als nicht so einfach. Mit am Tisch im Radzentrum: der Nagolder CDU-Stadtverbandsvorsitzende Carl Christian Hirsch.

Fuchtel interessiert sich vor allem für die Geschäfte mit Fernost. Er kennt die Schwierigkeiten, hat er doch als Parlamentarischer Staatsekretär und Vorsitzender des Gouverneursrats der Asiatischen Entwicklungsbank selber Kontakte in diese Länder gepflegt. Den Brüdern zollt er Respekt für ihre Aufbauarbeit hierzulande und ihre guten Kontakte nach Asien, die sie sich selber erarbeitet haben.

Die Erfolgsgeschichte beginnt vor zehn Jahren. Damals gründen die Brüder die Firma Skytech Europe, um sich zunächst vom heimischen Wohnzimmer aus auf den Handel mit Leiterplatten aus Fernost und Hartmetall-Werkzeuge zu fokussieren. Heute werden jährlich 45 Millionen Leiterplatten mit einem Gesamtgewicht von 700 Tonnen vor allem an die Automobilindustrie, aber auch an andere Branchen geliefert. „Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass in jedem deutschen Auto ein Produkt von uns steckt“, sagt Patrick Borkhart. „An den Handel trauen sich nur wenige ran, weil man dafür ein breites, technisches Wissen braucht“, so Falko Borkhart. Das hauseigene Qualitäts- und Prüflabor bietet den Kunden zusätzliche Sicherheit. Das ist ihr Vorsprung.

Beim Handel mit Fahrrädern haben sie früh den Trend zum E-Bike erkannt und 2011 den ersten eigenen Elektromotor entwickelt. Der konnte sich allerdings nicht durchsetzen, weil die großen Markenhersteller schnell nachzogen. Dennoch blieb man dem Handel mit E-Bikes und anderen Rädern treu. Heute verkauft das Radzentrum Nagold allein 1000 E-Bikes im Jahr. Wichtig ist in ihren Augen der Service, weshalb es vier feste Werkstattplätze gibt.

Parallel dazu haben sie damit begonnen, einen Online-Shop aufzubauen, in dem man nicht nur Fahrräder, sondern auch das passende Zubehör bis zum Kinderwagen oder Fahrradträger bestellen kann. Auf einschlägigen Online-Plattformen wie Amazon oder ebay handelt das Borkhart-Team inzwischen mit Eigenprodukten der Marke Nago – vom Alarm-Türstopper bis zum Solar-Einmachglas.

Das Fahrradgeschäft verzeichnet aktuell ein Wachstum von bis zu 20 Prozent; Greendonkey sogar von bis zu 30 Prozent. Kein Wunder, zählen doch bereits 75.000 Kunden zum Online-Shop. Bis zu 450 Bestellungen am Tag gehen in Nagold ein, die pünktlich und zuverlässig abgewickelt werden müssen. „Diesen Geschäftszweig wollen wir weiter ausbauen“, verrrät Falko Borkhart dem Abgeordneten, den wiederum die „stramme Leistung“ der Firmengründer beeindruckt. Er sieht weiteres Entwicklungspotenzial durch Messebesuche und Wirtschaftsreisen und könnte sich auch Synergieeffekte durch die Ausrufung Nagolds zur Fairtrade-Stadt vorstellen, beispielsweise durch die Zusammenarbeit mit Afrika.

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