02.10.2018

Botschafter interessieren sogar Details

Diplomatie: Rohrdorfer erleben wissbegierigen Repräsentanten der Mongolei / Flik präsentiert einzigartiges Gotteshaus

Rohrdorf (k-w). Ob Gemeindeverwaltung oder Feuerwehr, Kindergarten oder örtliche Wirtschaft: Der Rohrdorfer Bürgermeister Joachim Flik und Gemeinderätin Heike Lagger erlebten einen sehr wissbegierigen Botschafter der Mongolei, als sie Dr. Ganbat Bontoi Damba durch ihre Gemeinde führten.

Den ranghohen Besuch aus Berlin hatte der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel möglich gemacht, der den Diplomaten unter anderem zu Wirtschaftsgesprächen in seinen Wahlkreis eingeladen hatte. Es war nicht der erste Botschafterbesuch im Nordschwarzwald, mit dem der Bundestagsabgeordnete Repräsentanten internationaler Staaten auf die hiesige Region aufmerksam macht. „Solche Chancen müssen wir nutzen“, sagte Fuchtel, der den Botschafter bei seinem Besuch in der 2000-Einwohner-Gemeinde persönlich begleitete.

Der promovierte Politikwissenschaftler aus der Mongolei ist noch ganz frisch im Amt und ließ sich von den Gemeindevertretern bis ins Detail die Verwaltungsstrukturen in Baden-Württemberg sowie das Schul- und Kindergartenwesen erläutern. Vor allem das freiwillige Feuerwehrwesen, über das ihn Kommandant Manfred Helber im Feuerwehrhaus aufklärte, fand seine ungeteilte Aufmerksamkeit, weil es diese Form der Brandbekämpfung in der Mongolei nicht gibt. „Das ist für mich sehr interessant“, betonte ein sichtlich beeindruckter Dr. Ganbat Bontoi Damba, denn in der Mongolei würden diese Aufgaben ausschließlich von Berufsfeuerwehr und Militär übernommen.

Heike Lagger sprach von „gelebter Ökumene“, als sie gemeinsam mit dem Rathauschef eine in Deutschland einmalige Kirche präsentierte: das zweigeteilte Rohrdorfer Gotteshaus, das beide christlichen Konfessionen unter einem Kirchturm vereint. Peter Berberich erklärte dem Botschafter die Arbeitsabläufe in der alten Schill-Mühle und Martin Haizmann führte den Diplomaten bei Elektro Seeger nicht nur durch einen modernen Handwerksbetrieb, sondern verdeutlichte auch, wie das 40köpfige Unternehmen seinen Fortbestand durch die eigene Nachwuchsausbildung sichert.

Im historischen Rohrdorfer Rathaus vertiefte der Botschafter bei einem Imbiss seine Eindrücke vom über dreistündigen Rundgang durch die selbstständige Schwarzwaldgemeinde, bei der er auch mit Bürgern in Kontakt gekommen war.

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Diplomatischer Besuch in der Rohrdorfer Mühle: Peter Berberich erklärt (v.l.) Heike Lagger, Konsul Dulguun Ganbat, dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Botschafter Dr. Ganbat Damba und Bürgermeister Joachim Flik die Arbeitsabläufe. (Foto: Klein-Wiele)

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