10.10.2018

Fuchtel: Passgenaue Lösungen

Fachkräftemangel: Regierungskoalition liefert pragmatische Gesetzesvorlage / Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

Calw / Freudenstadt (k-w). Mit passgenauen Lösungen reagiert die Regierungskoalition in Berlin auf den Fachkräftemangel. Darauf weist der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel in einem Schreiben an Vertreter aus Industrie, Handwerk, Tourismus und Politik hin.

Mit den aktuell getroffenen Vereinbarungen von CDU/CSU und SPD seien die Voraussetzungen für künftige wirtschaftliche Entwicklungen geschaffen worden, fasst der Parlamentarische Staatssekretär das Ergebnis der Verhandlungen in Berlin zusammen. Deutschland befinde sich in einer „Phase der Hochkonjunktur“. Erfreulicherweise sei die Zahl der Arbeitssuchenden unter der unionsgeführten Regierung sogar auf 2,3 Millionen gesunken, was einer Quote von 5,0 Prozent entspreche. Fuchtel: „So niedrig war die Arbeitslosenquote seit Anfang der 1990er Jahre nicht mehr.“ Von dieser guten wirtschaftlichen Lage profitiere erfreulicherweise auch die ländliche Region Nordschwarzwald.

Die Kehrseite der Medaille aber sei: Diese besondere Situation führe dazu, dass die Lage am Arbeitsmarkt mittlerweile so angespannt sei, dass in einigen Branchen wie Handwerk, Hotel- und Gaststättengewerbe, verarbeitendes Gewerbe oder IT-Technologie keine geeigneten Fachkräfte mehr gefunden werden könnten. „Aufgrund zahlreicher Gespräche mit Geschäftsführern und Personalverantwortlichen sowie aus Telefonaten und E-Mail-Kontakten ist mir die Brisanz der Lage für die betroffenen Unternehmen und Firmen bekannt“, so Fuchtel. Umso mehr schätze er die Einigung, wonach sich durch die Fachkräfteeinwanderung aus Drittstaaten der Kreis potenzieller Fachkräfte in Deutschland erheblich ausweiten lasse.

Das neue Gesetz biete die Möglichkeit, den Zuzug durch eine „bedarfsgerechte Steuerung“ zu lenken. Dazu zählten die Aufhebung der Beschränkung auf Engpassberufe sowie die Schaffung des befristeten Aufenthalts für arbeitsplatzsuchende Fachkräfte aus dem Ausland. Diese Regelung sei auf fünf Jahre befristet.

Schnelle und einfache Anerkennungsverfahren sollen die Fortentwicklung des Anerkennungssystems für Berufsabschlüsse und die Ausweitung des Beratungsangebots für Interessenten aus dem Ausland ermöglichen. Außerdem soll ein Arbeitsmarktzugang für IT-Experten und andere Engpassberufe ohne formalen Abschluss möglich sein.

Die Bundesregierung wolle in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft einer gemeinsame Werbestrategie zur Gewinnung von Fachkräften in ausgewählten Ländern erarbeiten sowie die Sprachförderung im In- und Ausland verbessern. Über die Goethe-Institute sollen Sprachkurse und in Zusammenarbeit mit Wirtschafts- und Industrieverbänden sollen Sprachkurse stärker unterstützt werden. Geplant ist auch der Ausbau von Kooperationen mit berufsbildenden Schulen im Ausland.[Druckversion]