07.12.2018

Als Jungjournalist in Berlin

Medienworkshop: Luis Schneiderhan begleitet Politiker und besucht Hauptstadtredaktion / Gespräch mit Staatssekretär Fuchtel

Horb-Nordstetten / Berlin. Luis Schneiderhan hat es geschafft: Eine Fachjury wählte den Horber Gymnasiasten als einen von 30 Teilnehmern für den Jugendmedienworkshop des Bundestages aus. Dabei entdeckte er eine überraschende Gemeinsamkeit mit seinem Heimat-Abgeordneten Hans-Joachim Fuchtel.

120 Jugendliche hatten sich bundesweit für die einwöchige Veranstaltung in der Bundeshauptstadt beworben. Die auserwählten Nachwuchsjournalisten im Alter zwischen 16 und 20 Jahren blickten Politikern in Berlin über die Schulter und hospitierten in einer Hauptstadt-Redaktion. Der 18-jährige Nordstetter möchte Fernsehjournalist werden und war über einen Zeitungshinweis von Hans-Joachim Fuchtel auf die Ausschreibung aufmerksam geworden. Die 15. Veranstaltung stand unter der Überschrift „Zwischen Krieg und Frieden“. Die Jugendlichen diskutierten sowohl mit Politikern als auch Experten über das Thema, das sie später in eigenen Beiträgen für das Jugendmagazin „politikorange“ aufarbeiteten.

Luis Schneiderhan möchte später im visuellen Bereich beim Fernsehen arbeiten. Dafür hat er schon jetzt viel Ehrgeiz entwickelt: „Es ist wichtig, so früh wie möglich viel Erfahrung zu sammeln“, sagt der 18-jährige. Erst dieses Jahr gewann der Schüler des Martin-Gerbert-Gymnasiums den dritten Platz beim Neckar-Entdecker-Preis mit seinem Film „Unser Neckar – unsere Verantwortung“. Mit seinem Film „Frieden fängt bei dir an“ wurde er außerdem beim entwicklungspolitischen Partnerwettbewerb des Jugendfilmpreises Baden-Württemberg nominiert.

Nun sitzt der Schülersprecher mit Hans-Joachim Fuchtel im Fraktionssaal an einem der Tische, an denen meist nur die Abgeordneten Platz nehmen. Was Hans-Joachim Fuchtel nach über 30 Jahren an seinem Beruf noch reize, möchte er wissen „Hier kann ich etwas gestalten, Aufgaben für andere lösen“, sagt Fuchtel, dafür setze er sich gerne mit Nachdruck ein.

Schneiderhan betreut ehrenamtlich eine irakische Flüchtlingsfamilie. Die Eltern und ihre drei Kinder würden sich gut integrieren, sagt der Gymnasiast. Deshalb möchte er von Fuchtel wissen: „Unterstützen Sie die freiwillige Rückkehr?“ Der Abgeordnete bezieht klar Stellung: Natürlich haben Flüchtlinge ein Grundrecht auf Schutz und Unversehrtheit, sagt der Politiker. Aber sie hätten kein Anrecht auf eine lebenslange Bleibe in Deutschland. Denn Syrien brauche später gerade die guten Leute, „um das Land wieder auf zu bauen“, bekräftigt er.

Dem Karriereziel von Luis Schneiderhan kann der Abgeordnete viel abgewinnen. Denn mit dem Schüler, der sich als Laiendarsteller im Dettinger Theater „Das Chamäleon“ schon einen Namen in der Region gemacht hat, teilt sich Fuchtel die Leidenschaft des Geschichtenerzählens. Der Staatssekretär schreibt selbst gerne Sketche mit Titeln wie „Das beste Geruchsorgan des Bundestags“ oder „Bonn by Night“. Seine politischen Erfahrungen arbeitet er auf diese Weise humorvoll auf. So gekonnt, dass sich selbst Ursula von der Leyen zu ihrer Zeit als Bundesministerin für Arbeit und Soziales von ihrem damaligen Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel eine Aufführung wünschte.

Luis Schneiderhan findet also in seinem Gesprächspartner einen begabten Partner mit spitzer Feder. Fuchtel schmiedet schon bei der ersten Begegnung mit dem jungen Nachwuchsjournalisten augenzwinkernd Pläne: „Ich schreibe die Drehbücher und Sie, Herr Schneiderhan, verfilmen sie.“

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Luis Schneiderhan aus Nordstetten wurde im Deutschen Bundestag vom Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel begrüßt. (Foto: Büro Fuchtel, MdB)

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