28.12.2018

Altensteiger praktiziert in Altensteig

Landarzt / Dr. Stefan Rübenacker kehrt ins Städtle zurück / Fuchtel: Gutes Beispiel, wie es gehen kann

Der CDU-Politiker sieht in diesem Schritt ein gutes Beispiel dafür, „wie es auch gehen kann und dass es angesichts des Ärztemangels im ländlichen Raum auch sehr wünschenswert ist.“ Über die Eltern Karl und Margot Rübenacker kenne man sich schon lange, sagt der Altensteiger Bürger Hans-Joachim Fuchtel, der jetzt der Bundesregierung angehört und in jungen Jahren einmal 12 Jahre lang Mitglied des Altensteiger Gemeinderates war sowie eine ganze Zeit auch erster stellvertretender Bürgermeister. Damals war Stefan Rübenacker noch ein Kind, dann ein Jugendlicher. In der Schule gut drauf, und eines Tages war er weg.

Medizin sollte es sein. Und er schaffte seinen Weg! Stefan Rübenacker hatte nach dem Abitur im Jahr 2006 zunächst seinen Zivildienst im Pflegebereich des Krankenhauses Calw geleistet. Im Oktober 2007 begann er dann ein Studium der Humanmedizin an der Universität Heidelberg, um 2013 die Approbation zu erhalten. Seine internistische Grundausbildung, die Voraussetzung für den Facharzt für Allgemeinmedizin ist, absolvierte Rübenacker an der Rechbergklinik in Bretten. Es folgten Stationen bei niedergelassenen Hausärzten in Pfinztal und Karlsruhe. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Allgemeinarzt arbeitet der Altensteiger momentan als Arzt an der Rechbergklinik.

Im Laufe seiner Ausbildung trieb den promovierten Mediziner immer wieder die Frage um: Wohin soll der weitere Weg gehen? Wie viele andere Jungmediziner auch hatte sich der 32-jährige an die Klinikatmosphäre gewöhnt, die dazu gehörige Infrastruktur genossen, und seine Heimatstadt schien in den letzten Jahren weit weg.

Doch natürlich blieb Dr. Stefan Rübenacker der Ärztemangel auf dem Land nicht verborgen. „Aber warum ausgerechnet ich?“, fragte er sich mehrmals. Draußen auf dem Land – wo es in der Stadt doch bessere Arbeitsformen gibt, was den Einzugsbereich der Patienten, die Struktur der Arztpraxen und die gegenseitige Vernetzung anbelangt.

„Da erwachte mein Herz wieder für unser Städtle“, berichtet Rübenacker. „Ich kann beruflich einiges vorweisen, und Patienten mit Bedarf für einen soliden Landarzt gibt es angesichts des altersbedingten Ausscheidens von Berufskollegen in erheblichem Umfang.“

Beratungen mit Freunden und Bekannten folgten. Das endete eindeutig: „Ich wage es und komme zurück in meine Heimatstadt, unser Städtle“, sagte er nun zu Hans-Joachim Fuchtel, der den jungen Mediziner ebenfalls ermutigte, diesen Schritt zu tun. Fuchtel: „Er setzt damit ein Zeichen. Wenn Einheimische wieder zurück in die Heimat kommen, wenn die zwischenzeitlichen Instrumentarien zur Ansiedlung von Landärzten zu funktionieren beginnen, dann kann es besser werden mit der Versorgung auf dem Land. Das ist mit ein Grund dafür, dass ich ihm viel Erfolg wünsche.“

In mancher Familie des ländlichen Raums studiere jemand Medizin. „Sprecht mit den jungen Menschen“, empfiehlt der Politiker, denn „ein Selbstläufer ist das natürlich nicht.“

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Dr. Stefan Rübenacker aus Altensteig wird nach seiner Ausbildung zum Allgemeinarzt in seiner Heimatstadt eine Arztpraxis eröffnen, berichtet der 32-jährige dem Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel vor Ort. (Foto: Klein-Wiele)

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