08.01.2019

Unterm Strich ein Arzt mehr im Einsatz

Arztpraxis: Dependance wird gut angenommen / Aerzte berichten Abgeordnetem in Dornstetten

Der Parlamentarische Staatssekretär hatte das Arztehepaar Birgit und Christian Soika zu dem Schritt ermutigt, neben der eigenen Praxis in Schopfloch eine Dependance in Dornstetten zu eröffnen, und sie dabei unterstützt. Dem Parlamentarischen Staatssekretär berichtete Birgit Soika, dass dieser Weg den Ärztemangel in der Nachbargemeinde mildern könne. Zur Gemeinschaftspraxis gehören inzwischen vier Mediziner. Neben Birgit und Christian Soika zählen Dr. Elke Klotz und Dr. Kurt Deckelnick zum Team.

Im Raum Dornstetten sei absehbar, so Birgit Soika, dass sich die Zahl der Arztpraxen weiter reduziere. Deshalb entschloss man sich, das Programm zur Stärkung der Landärzte zu testen, in dem man nach etlichen Anläufen in Dornstetten eine Niederlassung gründete, die mehrmals in der Woche geöffnet hat. Auf diese Weise könne vermieden werden, dass die Patienten weitere Wege auf sich nehmen müssen. Zugleich könnten wichtige medizinische Infrastrukturen erhalten bleiben. Das mache es auch für spätere Zeiten leichter, den Ärztestand dort generell zu erhalten, berichtete Soika.

Größtenteils werden die Patienten in Dornstetten von Birigit Soika und Dr. Kurt Deckelnick betreut. Letzterer hat selber über 35 Jahre eine Praxis in Dornstetten betrieben, die er einem Nachfolger übertrug. Nach seiner Zurruhesetzung als Praxisinhaber hat er sich nun nach mehreren Monaten dazu entschlossen, in Teilzeit daran mitzuwirken, dass die medizinische Grundversorgung in Dornstetten ausreichend erhalten bleibt. Die CDU-Vorsitzende Pascale Peukert wies als stellvertretende Bürgermeisterin darauf hin, dass die Stadt Dornstetten die Praxisgründung großzügig unterstützt habe, weil sie um den Ärztemangel wisse. Dank der Initiative gebe es nun unterm Strich eine Arztstelle mehr in Dornstetten.

Hans-Joachim Fuchtel wies darauf hin, dass nicht nur zu wenig junge Ärzte aufs Land wollten, sondern es gebe auch deutlich mehr Frauen in medizinischen Berufen. Da diese allerdings auch Familien gründen und oft nur in Teilzeit arbeiten wollten, sollte verstärkt über Gemeinschaftspraxen nachgedacht werden. Dazu benötige man Räumlichkeiten, die dafür attraktiv und groß genug sowie finanziell darstellbar seien.

Zwischenzeitlich werde auf allen politischen Ebenen an der Lösung des Problems gearbeitet: mehr Studienplätze, zehn Prozent der Studienplätze vorab für Studierende, die eine spätere Tätigkeit  auf dem Land zugesagt haben, ein Zuschussprogramm für das Absolvieren der Weiterbildung in einer ländlichen Arztpraxis bis hin zum Stipendium des Landkreises für Studenten aus der hiesigen Gegend, die später in ihrer Heimat aktiv werden wollen.

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Aktiv gegen den Ärztemangel in Dornstetten (von links): Dr. Kurt Deckelnick, Birgit Soika, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und Pascal Peukert. (Foto: Klein-Wiele)

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