17.05.2019

Kürzere Wege von Straße auf Schiene

Expertenrunde: Dezentrale Verladestation als Lösung / Durch vorausschauende Kommunalpolitik Umsetzung machbar / OB: Gut für klimaneutrales Horb / Einsparung von 40.000 Tonnen Kohlendioxid / Elektro-Lkw dann einsetzbar

Horb / Nagold (k-w). Ganz im Zeichen der Klimadiskussion stand ein Vor-Ort-Termin im Horber Industriegebiet. Durch eine dezentrale Verladestation können mindestens 40.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, weil die Produkte aus der Region schlichtweg früher auf die Schiene verladen werden, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel.

Das Projekt ist bereits weit über das Stadium einer Idee hinausgewachsen. Die Konzeption steht. Möglich wird die Einsparung von Kohlendioxid durch die Abkürzung der Wege vom Lastwagen auf die Schiene. Oberbürgermeister Peter Rosenberger: „Die vorausschauende Kommunalpolitik der Stadt Horb würde sich jetzt auszahlen!“ Horb hatte seit der Zeit der Holzverlade-Aktionen während des Sturms Lothar die Voraussetzungen durch den Erhalt des Verladegleises im Horber Industriegebiet samt dazugehörigen Genehmigungen immer wieder sichergestellt und damit den notwendigen infrastrukturellen Ansatz erhalten.

Für Rosenberger wäre dies auch „ein markanter Beitrag auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt sowie ein Ansatz für die Region, sich zum gleichen Ziel aufzumachen.“ Der Nagolder Unternehmer Kurt Plathe betonte: „Mit diesem Projekt wird ein Beitrag dazu geleistet, der Forderung aus Politik und Gesellschaft gerecht zu werden, mehr Güter auf die Bahn zu verladen.“ Die logische Schlussfolgerung daraus sei die Einsparung von Kohlendioxid. Sogar im Koalitionsvertrag der baden-württembergischen Landesregierung stehe, dass man sich auf dezentrale Verladestationen geeignet habe, um verstärkt Güter von der Straße auf die Bahn zu bringen.

Der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel hatte in den vergangenen Monaten die Vorarbeiten aus der Unternehmerschaft der Region in Berlin gebündelt, und von dort wurde dann auch die Kooperation mit dem Land gesucht. Ausdrücklich bedankte er sich daher für die konstruktiven Signale aus dem Stuttgarter Verkehrsministerium und der dortigen Koalition, „Wege zu suchen, um zum Erfolg dieses Schrittes zu weniger Ausstoß von Kohlendioxid beizutragen!“ Den Unternehmen werde dadurch die Möglichkeit eröffnet, durch frühzeitige Verladung auf die Schiene ihren konkreten Beitrag in Sachen Reduzierung von Schadstoffen zu leisten.

Noch muss an der Realisierung gearbeitet werden, aber die Vorarbeit der Wirtschaft unter Federführung der Unternehmer Kurt Plathe (Nagold), Horst Schuon (Haiterbach) und Uwe Gfrörer (Empfingen) habe zu einem sehr realistischen Konzept geführt, unterstrich der CDU-Politiker, der für dieses Engagement dankte. Jetzt gelte es, das Finanzierungskonzept zu vervollständigen. Hier komme dem Projekt entgegen, so Fuchtel, dass die Großinvestition in die Gäubahn mit insgesamt 550 Millionen Euro geradezu danach rufe, auch signifikante Verbesserungen beim Güterverkehr miteinzubeziehen. Im Mittelpunkt der Bemühungen stehe noch, die Weichentechnik auf die aktive Nutzung des Gleises im Horber Industriegebiet auszurichten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „Expertenrunde vor Ort“ quittierten die einzelnen Kurzvorträge mit Kommentaren wie „Toller Impuls für die Region“ oder „Hier wird Klimapolitik konkret gemacht“.  Vor allem gab es übereinstimmend anerkennende Worte an die Adresse des CDU-Politikers Hans-Joachim Fuchtel, der es zum wiederholten Mal verstanden habe, ein ganz wichtiges Anliegen der Region in Berlin souverän zu koordinieren.

Nun strebe man an, durch weitere Abstimmungsschritte zwischen Bahn, Bund und Land die Zeichen „auf Grün“ zu stellen mit der Zielsetzung: „Spätestens in drei Jahren soll die Verladestation mit der Arbeit beginnen.“

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Kurze Wege von der Straße auf die Schiene können im Sinne des Klimaschutzes durch die dezentrale Bahnverladestation an dieser Stelle erreicht werden. Zu dem Treffen im Horber Industriegebiet hatte der hiesige Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel (Sechster von links) eingeladen. Gekommen waren neben Oberbürgermeister Peter Rosenberger IHK-Geschäftsführer Markus Wexel, die Unternehmer Kurt Plathe (Nagold), Horst Schuon (Haiterbach) und Uwe Gfrörer (Empfingen) sowie interessierte CDU-Kommunalpolitiker. (Foto: Klein-Wiele)

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