17.05.2019

Fördergeld für gelebten Artenschutz

Streuobst: Bund unterstützt Arbeit von Hochstamm Deutschland mit über 26.000 Euro / Staatssekretär Fuchtel überbringt gute Nachricht

Altensteig-Walddorf / Rohrdorf (k-w). Für sein Projekt „Streuobst-Kampagne“ erhält der Verein Hochstamm Deutschland eine Förderung aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) in Höhe von über 26.000 Euro. Diese freudige Nachricht überbrachte Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), dem Vorstandsteam in Walddorf. 

Hier unterhält die Initiative mit Sitz in Rohrdorf ihren Streubobstpfad, der von Adelheid Keck-McMiken betreut wird. „Würde es die blühenden Wiesen nicht geben, wäre es um unser Landschaftsbild schlecht bestellt“, betonte Vorsitzende Martina Hörmann. Der gemeinnützige Verein, der im April letzten Jahres gegründet worden ist, setzt sich für den Erhalt von Hochstamm-Streuobst ein. Aktuell hat er 13 Mitglieder, darunter wichtige Kooperationspartner wie NABU, BUND und Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg.

Die Beantragung des Immateriellen Kulturerbes bei der UNESCO für die Pflege der Streuobstwiesen soll ebenfalls dazu beitragen, dieses lebendige Kulturerbe weltweit zu erhalten, zu pflegen und zu fördern. Denn um den langfristigen Erhalt der Bestände sichern zu können, müsse das Kulturgut Streuobst beim Verbraucher stärker ins Bewusstsein gerückt werden, um die Menschen gegenüber dem drohenden Verlust der Bestände zu sensibilisieren.

„Das ist gut angelegtes Fördergeld“, war sich denn auch Hans-Joachim Fuchtel sicher, denn das sei „gelebter Artenschutz“. Deshalb sollten noch mehr Akteure in diese ehrenamtliche Arbeit eingebunden werden. Ziel des BMEL sei, ländliche Regionen durch die Unterstützung bedeutsamer Vorhaben und Initiativen als attraktive Lebensräume zu erhalten und weiterzuentwickeln, wie das auch seitens Hochstamm Deutschland geschehe. „Da sind Ideen gefragt“, so der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Calw/Freudenstadt, der betonte: „Das Parlament steht voll hinter diesem Ansinnen.“ Er persönlich bewundere, wie die Initiatoren des Vereins ans Werk gingen.

„Unser Ziel ist die Erhaltung der Streuobstwiesen“, erläuterte der stellvertretende Vorsitzende Thomas Wick. Denn diese seien das „größte natürliche Gebiet mit einer umfangreichen Artenvielfalt, die dem Staat nichts kostet.“ Primäres Ziel des Vereins, der aus „vielen Idealisten“ bestehe, sei die Vernetzung, um die Bewirtschafter der Streuobstwiesen „aus ihrem Schattendasein herauszuholen“.

„Uns ist es außerdem wichtig, dass diese einen fairen Preis für ihre guten Produkte erhalten“, pflichtete ihm Vereinsmitglied Friedrich Pfleghar bei. Denn die Arbeit der Streuobstakteure habe in Zeiten, da sich immer weniger dieses Erbes annehmen, große Auswirkungen auf den Naturhaushalt. Sie alle würden wesentlich dazu beitragen, dass auch die nachfolgenden Generationen noch einen Nutzen aus den Streuobstwiesen ziehen könnten und die Natur intakt bleibe. Der Altensteiger Stadtrat Tobias Schmid lobte in diesem Zusammenhang die Idee einer Streuobstbörse ab Erntebeginn und die Anlegung des Streuobstpfades in Walddorf, der von ökologischer und landeskultureller Bedeutung sei.

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Die blühenden Streuobstbestände begutachteten in Walddorf (von links): die stellvertretende Ortsvorsteherin Sabine Hammann, Vereinsmitglied Friedrich Pfleghar, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Hochstamm-Vorsitzende Martina Hörmann, ihr Stellvertreter Thomas Wick, Olaf Höger-Martin (Vorsitzender der Baum- und Fachwartvereinigung im Kreis Calw), die Rohrdorfer Gemeinderätin Heike Lagger, Adelheid Keck-McMiken (Betreuerin des Streuobstofades) und der Altensteiger Stadtrat Tobias Schmid. (Foto: Klein-Wiele)

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