21.05.2019

Wähler als Kunde begreifen

Kommunalpolitik: Kandidaten erleben fruchtbare Gesprächsrunde mit Haus-Joachim Fuchtel / Ländlichen Raum weiterentwickeln

Freudenstadt (k-w). Eine fruchtbare Gesprächsrunde erlebten nach eigenem Bekunden Kommunalpolitiker der CDU am Montagabend im Kurhaus in Freudenstadt. Fruchtbar deshalb, weil die Begegnung mit dem Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel zu einer Lehrstunde in Sachen Kommunalentwicklung mutierte. 

Dabei kristallisierte sich einmal mehr heraus, wie wichtig es ist, wenn sich erfahrene Politiker in der Materie der Fördermöglichkeiten auskennen und über entsprechende Kontakte verfügen. Selbst die jungen Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahlen zeigten sich sehr interessiert an den Ausführungen des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), der seinen Zuhörern Wege aufzeigte, wie eine Stadt von Fördermöglichkeiten auf deutscher oder europäischer Ebene profitieren kann.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen freilich die Beziehungen zwischen Brüssel auf der einen und den Kommunalparlamenten auf der anderen Seite, wobei der Unionspolitiker keinen Zweifel daran ließ, wie wichtig Europa für das Zusammenleben in der Welt von heute ist. „Wenn der EU-Kommissionspräsident auf internationalem Parkett für 500 Millionen Bürger spricht, ist das eben eine andere Hausnummer, als wenn nur ein einzelner Regierungschef auftritt“, sagte Fuchtel, der an jene Zeiten erinnerte, als es noch Warteschlangen an den Grenzen und unterschiedliche Zahlungsmittel gab, was das Reisen nicht gerade einfacher machte. Während Klimafragen und Lebensmittelgesetze auf europäischer Ebene sicher gut aufgehoben seien, würden viele Angelegenheiten inzwischen wieder den einzelnen Nationen überlassen.

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) arbeite an der Neuauflage des Landatlas, einem besonders nützlichen Leitfaden für die Weiterentwicklung des ländlichen Raumes. Dabei stelle sich auch die Frage der kulturellen Vielfalt, zu der neben kulturellen Einrichtungen wie Theater oder Kinos unter anderem auch die Hege und Pflege von Streuobstwiesen gehöre. Fuchtel schlug eine Konferenz vor, die sich rechtzeitig vor Herausgabe des neuen Landatlas, der das Leben und Arbeiten in ländlichen Räumen in seinen vielen unterschiedlichen Facetten kennzeichne, mit den Daten auseinandersetzt, um daraus Handlungsabläufe für die Kommune abzuleiten.

„Wir müssen offensiver an Zuschussprogramme rangehen“, pflichtete ihm Gerhard Link als Organisator des Abends bei. „Politik braucht Ideen, und wer fragt führt“, sagte Fuchtel, „denn unser Produkt muss unseren Kunden, den Wählern, gefallen.“

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Fruchtbare Gesprächsrunde der CDU-Kommunalpolitiker mit dem Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel (rechts) in Freudenstadt. (Foto: Klein-Wiele)

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