22.05.2019

B 28 neu nimmt weitere Konturen an

Ortsumfahrung: Verkehrspolitiker Michael Donth: Baukosten für Tunnel viel zu hoch / Rauher Stich und Maßnahme Seewald kommen gut voran

Horb: Einer Tunnellösung als Teil der Horber Ortsumfahrung kann Verkehrspolitiker Michael Donth überhaupt nichts Positives abgewinnen. Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel hatte das Mitglied im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages in seinen Wahlkreis eingeladen, um vor Ort einen Blick auf die Planungen für die nächsten Bauabschnitte der Bundesstraße 28 Richtung Freudenstadt zu werfen. 

Man würde ein „überaus großes Risiko“ eingehen, ist sich Donth sicher, wenn man die kurz vor der Wahl bei einer Stippvisite dahingeredete Variante einer Tunnellösung für die Umfahrung Horb ernsthaft aufgreifen würde. Denn damit würden nicht nur die Baukosten um mehr als das Doppelte in die Höhe schnellen, sondern auch die Planungsausgaben und die spätere Unterhaltung eines solchen Bauwerkes. Der Verkehrspolitiker redete Klartext: Er könne sich nicht vorstellen, dass der Bund einem solchen Vorhaben zustimmen würde. Ganz abgesehen davon, dass die Planungen für die Umfahrung vorankommen.

„In so einem Fall würde alle Vorarbeiten, die schon geleistet sind, wieder auf Null gesetzt“, warnte auch der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel, „in Horb hat man ja bereits Erfahrungen, welche Verschiebung es auf der Zeitachse geben kann: bei der Hochbrücke zwei Jahrzehnte.“ Und auch in Baiersbronn habe die Abkehr von einer bereits weit gediehenen Planung nicht das erhoffte Ergebnis erbracht. Fuchtel: „Ich halte mich lieber an die Beschlüsse des Horber Gemeinderates.“

Weiter nahm Hans-Joachim Fuchtel zum Rauhen Stich Stellung. „Der hat nach dem Bundesverkehrswegeplan als Maßnahme des vordringlichen Bedarfs besonderes Augenmerk verdient und muss vorangetrieben werden, deswegen ist Michael Donth hier“, unterstrich der Wahlkreisabgeordnete. Die erfreuliche Nachricht des Tages brachte Fuchtel gleich mit: „Die Vorplanung dieses 25-Millionen-Projektes wird bis Sommer vergeben!“ Der Rauhe Stich könne somit schneller kommen als gedacht, was dem gesamten Verkehrsfluss außerordentlich guttun würde.

„Unsere Geheimwaffe in Sachen Verkehr“, wie Fuchtel seinen Fraktionskollegen vorstellte, wunderte sich wie Oberbürgermeister Peter Rosenberger auch über die Diskussion über die Anbindung der Hochbrücke ab Rauschbart. „Es gibt einen eindeutigen Gemeinderatsbeschluss quer durch alle Fraktionen“, betonte der Rathauschef. Der sehe vor, das Gewerbegebiet vor Bildechingen weitläufig zu umfahren und dafür nicht die Querspange zu nutzen. „Wir haben schon mal alles in den Dornröschenschlaf gelegt“, warnte der OB, „hier wird gerade die politische Einigkeit aufgedröselt. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht wieder um Jahre zurückgeworfen werden.“

Auf dem Rauschbart hatte Donth gemeinsam mit Vertretern der örtlichen CDU zunächst einen Blick aus der Vogelperspektive auf die Bauarbeiten für die Horber Hochbrücke geworfen, um anschließend zum Rauhen Stich zu fahren. Straßenbauten seien immer eng mit der Kosten-Nutzen-Frage verknüpft, machte der Verkehrspolitiker klar. Ein Tunnel würde 80.000 Euro pro laufendem Meter kosten. Bei einer Länge von 600 Meter könne sich jeder selbst ausrechnen, was dann allein dieser Teil der Horber Ortsumfahrung kosten würde.

Noch eine erfreuliche Nachricht brachte Fuchtel mit: Auch für die Bahnüberführung Seewald bei Grünmettstetten sei die Finanzierung gesichert. Hier könne bereits im dritten Quartal dieses Jahres mit dem Vorentwurf gerechnet werden.

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Am Rauhen Stich Richtung Freudenstadt überzeugte sich Verkehrspolitiker Michael Donth (Fünfter von rechts) von der Notwendigkeit einer baldigen Realisierung dieses wichtigen Bindeglieds der neuen Verkehrsachse. Oberbürgermeister Peter Rosenberger (Siebter von links) und Bundestagsabgeordneter Hans-Joachim Fuchtel (Sechster von rechts) erläuterten ihm die Details zu dem Projekt. (Foto: Klein-Wiele)

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