27.05.2019

Erster Schritt in richtige Richtung

Wölfe: Fuchtel wünscht sich präventivere Maßnahmen / Bundeskabinett ebnet Weg zum erleichterten Abschuss

Calw / Freudenstadt. Die im Bundeskabinett getroffene Entscheidung zum Thema Wolf bezeichnet der hiesige Wahlkreisabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel als „Kompromiss, der in die richtige Richtung geht“. Auch im Nordschwarzwald habe es bereits Risse an Nutztieren gegebenen, so dass es dringenden Handlungsbedarf gegeben habe, betont der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Die jetzige Beschlusslage sehe ohne Zweifel eine Erleichterung der sogenannten Entnahme vor. Es müsse aber zunächst immer etwas geschehen sein, bevor der Abschuss erfolgen dürfe. Immerhin sei es praktikabler, weil es nach einem Riss keiner Identifizierung jedes einzelnen Wolfes bedürfe.

Die Bundesregierung will die Schwelle für den Abschuss von Wölfen senken, wenn Tierhaltern durch das Raubtier Schäden drohen. Deshalb brachte das Bundeskabinett eine entsprechende Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes auf den Weg, die vom Parlament noch beraten werden muss. Demnach dürfen Wölfe künftig getötet werden, wenn ein «ernster» Schaden vorhanden ist oder droht. Bislang ist das nur bei «unzumutbarer» oder «existenzgefährdender» Belastung erlaubt.

Den Abschuss muss in jedem Fall die zuständige Landesbehörde genehmigen, die dabei einen gewissen Ermessensspielraum haben soll. Die auf den Weg gebrachte Gesetzesänderung sei ein Kompromiss auf Bundesebene zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium, betonte Fuchtel, der den Schutz des Wolfes und das Interesse von Nutztierhaltern in Einklang bringen solle.

Angesichts der rasch zunehmenden Wolfspopulation und der damit ebenfalls zunehmenden Nutztierrisse halte er jedoch eine weitergehende Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes mit dem Ziel, die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie 1:1 umzusetzen, weiterhin für erforderlich. Damit würde das vom BMEL geforderte gemäßigte Bestandsmanagement der Wolfspopulationen, insbesondere in bestimmten Regionen, ermöglicht.

Die bevorstehenden Beratungen im Parlament würden sicher auch die Frage aufwerfen, ob bei weiterem Anwachsen der Zahl noch mehr präventiv zu tun sei, so Fuchtel, um Wölfe von ausgewiesenen Weidegebieten auch ohne vorherige Schäden fernzuhalten. Laut Monitoring gab es im November in Deutschland 73 Wolfsrudel und 30 Wolfspaare.

27.05.2019: fufoto.jpg

Foto: Deutscher Bundestag

[Druckversion]