03.06.2019

Mittelstand braucht Breitband

Glasfaser: KOCH Pac-Systeme erhält zweite Leitung / Jung: Für Wettbewerbsfähigkeit wichtig / Fuchtel: Infrastruktur muss stimmen

Pfalzgrafenweiler (k-w). „Auch nach den Wahlen geht das politische Tagesgeschäft weiter“, unterstrich der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel, als er sich vor Ort in Pfalzgrafenweiler informierte, „wie der Breitbandausbau in meinem Wahlkreis vorankommt.“ Eine flächendeckende Anbindung sei wichtigste Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands, betonte Harald Jung, Geschäftsführer von KOCH Pac-Systeme.

Deshalb investieren die Verpackungsspezialisten kräftig in die moderne Technik, machte IT-Leiter und Prokurist Heinrich Hornberger deutlich. Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel wollte wissen, „wie der Breitbandausbau in meinem Wahlkreis vorankommt“. Denn Fuchtel hat in der Vergangenheit bereits drei Breitband-Konferenzen für die Kommunen in Haiterbach einberufen.

KOCH Pac-Systeme profitiert zwar schon vom Anschluss ans Glasfasernetz, doch für die komplexen Herausforderungen des Unternehmens ist das nicht genug. Derzeit wird ein zweiter redundanter Anschluss aufgebaut, um eine konstante Verfügbarkeit der Datennetze zu garantieren. „Unsere Firma steht still, wenn unsere eine Leitung ausfallen würde“, verdeutlichte Heinrich Hornberger dem Politiker, der von Xenia Kübler, Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes, und Patrick Bross begleitet wurde.

Bis in fünf Jahren, gab sich Siegfried Neub vom gleichnamigen Bau- und Energieunternehmen optimistisch, werde der Großteil der Gesamtgemeinde mit Glasfaser bestückt sein. Die Leitung verlaufe dann von Spielberg aus durch ganz Pfalzgrafenweiler bis nach Durrweiler und Cresbach. KOCH Pac-Systeme, so Neub, sei Vorreiter in Sachen Glasfaser. Derzeit hätten die Kommunen die Nase vorn, die bereits ihr eigenes Versorgungsnetz aufgebaut hätten. In Pfalzgrafenweiler habe man im Zuge des Ausbaus der Nahwärmeversorgung die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und bereits die passenden Leitungen mitverlegt.

Im Grunde genommen müsste aber der Bund viel stärker in den „Flickenteppich“ quer übers Land eingreifen, so Neub. Oft gebe es mehrere unterschiedliche Anbieter in einer Gemeinde und andernorts gar nichts. Sinnvoller wäre es, konsequent die gleichzeitige Verlegung von Wärme-, Strom und Glasfaserleitungen intensiv zu verfolgen.

Die Gemeinde Pfalzgrafenweiler könne zum Beispiel durch ihr eigenes Strom- und Energienetz Erzeugung und Verbrauch in Einklang bringen. Auf Dauer rechne sich das auf jeden Fall, „wenn die Stromentgelte steigen und wir günstiger vor Ort unsere Energie erzeugen.“ Die dezentrale Energieversorgung werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, ist Neub überzeugt: „Jeder schreit nach der Energiewende, also muss dringend etwas geschehen.“

In der Glasfaserversorgung könnte man schon viel weiter sein, so der Unternehmer, wenn man häufiger, Synergieeffekte wie in Pfalzgrafenweiler ausgenutzt hätte. Also sei, so Xenia Kübler, ein noch viel intensiver Austausch zu dem Themenkomplex gefragt.

„Die Infrastruktur muss stimmen, damit die Elektroautos auf Dauer ausreichend mit Ladestrom versorgt werden können“, machte Hans-Joachim Fuchtel darüber hinaus deutlich.

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Vom Ausbau des Glasfasernetzes in Pfalzgrafenweiler profitiert die Firma KOCH Pac-Systeme, die dringend auf eine zweite Versorgungsleitung angewiesen ist. Vor Ort tauschten sich (von links) Heinrich Hornberger, Siegfried Neub, Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Xenia Kübler, Geschäftsführer Harald Jung und Patrick Bross aus. (Foto: Klein-Wiele)

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