02.07.2019

Flächendeckende Versorgung als Ziel

Breitband: Für schnelles Internet bis in jeden Winkel braucht Eutingen noch Bundesmittel / Fuchtel mit Jöchle auf Baustelle vor Ort

Eutingen (k-w). Immer einen Schritt voraus sein, das ist nach Armin Jöchles Ansicht gute Kommunalpolitik. „Weil wir uns als Gemeinde auf den Weg zu einem flächendeckenden Glasfasernetz gemacht haben“, zeigte der Bürgermeister dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel bei seinem Besuch die jüngste Baustelle im Ort.

Beim Ausbau der Straße von Göttelfingen nach Eutingen wurde nämlich gleich Vorsorge getroffen und das Breitbandkabel mitverlegt. Hier entstehen außerdem Geh- und Radwege und der neue Bahnhaltepunkt Eutingen-Nord, „den wir lange herbeigesehnt haben“, wie Jöchle sagt. Ein weiteres zukunftsweisendes Breitband-Projekt für Eutingen ist der Anschluss des Areals rund um den Alten Bahnhof, wofür eine Leitung durch die Wohnsiedlung im Süden Eutingens gelegt werden soll, und der Glasfaserausbau in Weitingen, wo bereits die Leerrohre und Micropipes vorhanden sind, in die man die Kabel einbläst. Diese Rohe wurde im Zuge des Ausbaus der GäuWärme und der Erschließung neuer Baugebiete ebenfalls schon verlegt.

Damit sind die entscheidenden Schritte Richtung schnellem Internet getan, doch finanzieren muss das die Gemeinde zum Großteil aus eigenem Gemeindesäckel. Zwar hat das Land Baden-Württemberg aktuell einen Förderantrag für den Anschluss am Alten Bahnhof großzügig mit 253.493 Euro bewilligt. „Weil wir aber als Gemeinde unsere Leitungen selber schon vorfinanziert haben, gehen wir beim Bundeszuschuss leer aus“, beklagte der Bürgermeister, als er die Sachlage dem Parlamentarischen Staatssekretär schildert.

Wegen der immensen Kosten tue sich die Gemeinde nun schwer damit, die Glasfaser-Projekte komplett zu realisieren: „Ohne Zuschüsse können wir nicht alles auf einmal stemmen, schon gar keine sechs Millionen Euro. Deshalb hätten wir als finanzschwache Gemeinde auch gerne Fördergelder.“ Das gelte für Weitingen genauso, wo im Zuge der Nahwärmeversorgung die Leerrohre gleich mitverlegt worden sind „Hier bräuchten wir nochmals eine Million Euro, um Glasfaser in jedes Haus zu bringen“, sagt der Rathauschef.

Der Bund hat bekanntlich ein milliardenschweres Breitband-Programm aufgelegt, von dem vor allem der ländliche Raum, der bislang als weniger gut versorgt gilt, profitieren soll. Doch „auf diese Weise wird der Bund sein Ziel des flächendeckenden Glasfasernetzes bis 2025 nie erreichen“, ist Jöchle überzeugt. Was er nicht versteht: „Warum kommen nur die in den Genuss von Bundeszuschüssen, die noch gar nichts unternommen haben. Für uns wäre es schon hilfreich, wenn auch die Kommunen einen Zuschuss erhalten würden, die schon vorgesorgt haben.“

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sagte zu, die Sachlage auf Fachleiterebene erörtern zu lassen.

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Gut vorgesorgt hat die Gemeinde Eutingen für die Breitbandversorgung, erläuterte Bürgermeister Armin Jöchle (rechts) dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (Mitte) auf der Baustelle Göttelfinger Straße. Links im Bild: CDU-Gemeinderat Joachim Gölz.

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