11.07.2019

Intensiver politischer Lernprozess

Politikeralltag: Juliane Mayer nimmt am Planspiel „Jugend und Parlament teil / Nominiert von Staatssekretär Fuchtel

Calw-Simmozheim: Den zeitintensiven Arbeitsaufwand von Abgeordneten weiß Juliane Mayer jetzt noch viel mehr zu schätzen. Die Simmozheimerin war eine von 300 Jugendlichen aus ganz Deutschland, die dazu auserwählt wurden, am Planspiel „Jugend und Parlament“ im Bundestag teilzunehmen.  

Nominiert worden war die 21-jährige vom Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, in dessen Berliner Abgeordnetenbüro sie sich schon zuvor als Praktikantin bewährt hatte. Zwischendurch kam es nochmals zu einer persönlichen Begegnung mit dem Bundestagsabgeordneten aus dem Nordschwarzwald.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „Jugend und Parlament“ übernahmen für vier Tage die Rolle der Abgeordneten aus verschiedenen fiktiven Fraktionen, um das parlamentarische Verfahren nachzustellen. Zur Debatte standen drei Gesetzentwürfe und ein Antrag. Die Jugendlichen sollten dadurch die Arbeit der Politiker in der Realität besser kennenlernen. Dazu wurden wie im realen Politikalltag Landes- und Arbeitsgruppen, Fraktionen sowie Ausschüsse gebildet.

Bei der Debatte im Plenarsaal war es ihre Aufgabe, als Rednerinnen und Redner aus allen Spielfraktionen ans Pult zu treten und Mehrheiten für ihre politischen Anliegen zu gewinnen. Zum Abschluss diskutierten alle mit Vertretern aus den realen Bundestagsfraktionen.

„Die Arbeit und den Tagesablauf der Abgeordneten aus erster Hand zu erfahren war lehrreich“, schildert Juliane Mayer ihre Eindrücke. Die vielen Beratungen seien von frühmorgens bis spätabends gegangen. Das Zusammentreffen der jungen Mitglieder in den Gremien sei für sie sehr bereichernd gewesen. „In meinem Freundeskreis haben die meisten ähnliche Ansichten wie ich, deshalb war der Austausch unterschiedlicher politischer Positionen umso spannender.“ Auch sei es eine Herausforderung, sich in eine zugeloste Rolle hineinzuversetzen, die teilweise nicht der eigenen Meinung entsprach, „andererseits aber auch hilfreich und auf den Alltag übertragbar, als es darum ging, sich in andere Menschen und deren Meinungen hineinzuversetzen.“

Das Parteienspektrum reichte von der konservativen Bewahrungspartei (BP) bis zur links orientierten Gerechtigkeitspartei (GP). Die liberale Partei für Engagement und Verantwortung (PEV) stellte die kleinste Fraktion. „Im Planspiel wurde deutlich, dass auch nicht innerhalb einer Partei immer nur eine Meinung herrscht“, erzählt die 21-jährige, „sogar in den Fraktionen wird um die gemeinsame Linie gerungen.“ 

Diskutiert wurde über Themen wie Pfandsysteme für Einwegkaffeebecher oder die Senkung des Wahlalters. Juliane Mayer setzte sich mit dem aus ihrer Sicht schwierigen Thema „Einsatz der Bundeswehr in Krisengebieten“ auseinander. Am Schluss stand eine Podiumsdiskussion mit verschiedenen Mitgliedern der im Bundestag vertretenen Fraktionen auf der Tagesordnung.

„Aufregend“ war es für Juliane Mayer, als eine der wenigen Personen außerhalb des Politikbetriebs den Plenarsaal betreten zu dürfen. Der Lernprozess sei beim Planspiel sehr intensiv, da in kürzester Zeit sehr viel Wissen vermittelt werde, dass direkt umgesetzt wurde. Als gestaltende Akteure lernten die jungen Leute, was es bedeutet, Kooperationen auf höherer Ebene einzugehen, aber auch wie man mit Konflikten umgehen kann. 

fumayer 

Juliane Mayer wurde für das Planspiel „Jugend und Parlament“ in Berlin vom CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel nominiert.

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